Nachdem letzte Woche in Ostwach Jon und seine Truppe den Weg Richtung Norden einschlagen, finden sie sich in „Jeinseits der Mauer“, der sechsten und vorletzten Folge von Staffel 7 der Serie Game of Thrones eben dort wieder.

Auch in dieser actionlastigen Folge gab es wieder einige Anspielungen und Referenzen.

Doch denkt dran, es folgen Spoiler zum aktuellen Stand der Serie!

 

Brienne die Schönheit

Auf dem Weg zum großen Showdown der Episode kommt es zu einigen Interaktionen der Gruppe. Neben Gendry, der sich darüber aufregt, dass die Bruderschaft ohne Banner ihn an die Rote Frau verkaufte, sprechen Tormund und der Hund über eine gemeinsame Bekannte: Brienne von Tarth.

Tormund nennt hier Brienne „Schönheit“ was ein kleiner Throwback zu Vergangenheit des Objekts seiner Begierde ist.
Brienne wurde damals aufgrund ihres „unweiblichen“ Aussehens und ihrer Größe von anderen verspottet und „Brienne the Beauty“ genannt, was ihr noch bis heute zusetzte. Tormund hingegen meint es mit dem Begriff Schönheit jedoch mehr als ernst!

Jon zitiert den Eid der Nachtwache

Ein weiteres Gespräch der „Suicide Squad“ findet zwischen Jon Schnee und Beric Dondarrion statt. Als sie darüber reden, warum sie zurückgebracht wurden und was genau ihre Aufgabe sei, stimmt Beric an, dass sie zurückgekommen sind, um die zu beschützen, die es nicht selbst tun können. Jon greift es auf und zitiert mit „Ich bin der Schild, der die Reiche der Menschen schützt“ den Eid, den er einst für die Nachtwache ablegen musste. Jon gehört zwar nicht mehr zur Nachtwache, aber er lebt noch immer nach Teilen des Eides.

Beric aus Staffel 1 und Jon ähnelt Ned nicht – what?

Außerdem sprechen Beric und Jon über dessen „Vater“ Ned Stark. Er schickte als damalige Hand des Königs Beric und seine Gefolgsleute los, um den Berg zu töten (damals wurde er noch von David Michael Scott verkörpert). Aus dieser Truppe bildete sich dann die Bruderschaft ohne Banner.

Beric merkt außerdem an, dass Jon seinem Vater Ned überhaupt nicht ähnlich sieht, viel mehr dessen Schwester Lyanna (die, wie wir wissen, seine eigentliche Mutter war).
Natürlich sollte dieser kleine Hinweis nur noch einmal herausheben, dass Jon nicht von Ned abstammt – jedoch steht er im krassen Widerspruch zu den Büchern, in denen Jon quasi das „Ebenbild“ von Ned Stark sei.

 

Die Bresche, mal wieder.

Ein weiteres Gespräch findet zwischen Thoros von Myr und Jorah Mormont statt. Bereits in unserer Analyse zu Ostwacht gingen wir darauf ein, dass Thoros und Jorah gemeinsam auf Peik gegen die Graufreuds kämpften und Jorah davon bereits in Staffel 3 berichtete, als er sich mit Ser Barristan Selmy (siehe Video) unterhielt.
Und genau darüber unterhalten sich auch Thoros und Jorah – erneut wird darüber gesprochen, wie Thoros mit seinem Flammenschwert als erster die Bresche stürmte.

Den Berg sahen wir bereits vorher

In der Staffelpremiere sah der Hund einen Berg in den Flammen (auch wenn viele dort eine Bestätigung des „Cleganebowl“s sahen, so sollte er ihn doch in den Norden schicken).
Diesen Berg sehen wir in dieser Folge das erste Mal – das stimmt aber auch nicht so ganz! Bereits in Staffel 6 sahen wir in einer von Brans Visionen diesen Berg – bei der „Geburtsstunde“ des Nachtkönigs!

 

 

Welcher Drache starb eigentlich?

Ein Schockmoment für viele (naja, dank einiger Leaker-Idioten leider nicht wirklich eine Überraschung) hielt die Folge in Form des Nachtkönigs bereit, der eine Eislanze nach einem von Danys geliebten Drachen warf und diesen tötete.

Doch ist es nicht ganz so ersichtlich, welcher der beiden Drachen (da Drogon „sicher“ bei Daenerys war, bleiben nur Viserion und Rhaegal übrig) da nun eigentlich das Zeitliche segnete.
In den Büchern wird es immer ziemlich klar dargestellt, um welchen Drachen es sich momentan handelt, bei der Show ist es jedoch nicht immer so offensichtlich. Die Leute von Vulture haben sogar eine intensive Analyse der Szene veranlasst und mit den Farbfiltern rumgespielt, um Gewissheit zu erlangen.

Des Rätsels Lösung war jedoch ziemlich einfach (auch, wenn man die Leaks nicht gelesen hat) – wenn man die Untertitel der Folge anstellt kann man erkennen, dass es sich um Viserion handelt, der da sterben musste.

Es machte auch durchaus Sinn, dass es Viserion einst treffen würde. Wir wissen, dass Daenerys ihre Drei Drachen nach den dre wichtigsten Männern in ihrem Leben benannte: Ihrem toten Ehemann Khal Drogo, ihrem toten Bruder Rhaegar und ihrem anderen toten Bruder, Viserys.  Von diesen Drei war Viserys der schlimmste.
Er manipulierte Dany, misshandelte sie und verkaufte sie an die Dothraki, um Westeros zu erobern.  Nachdem er Daenerys einmal zu oft bedrohte, „krönte“ Drogo den hitzköpfigen Mann mit einem Topf geschmolzenen Gold. Ihr Bruder hatte sie quasi verraten und in gewisser Weise geschieht dies nun mit Viserion, welcher vom Nachtkönig getötet und daraufhin wiedererweckt wurde – um im Kampf gegen sie eingesetzt zu werden.

Außerdem ergibt es Sinn Rhaegal am Leben zu lassen, da viele Fans vermuten, da er als Sinnbild für Jons wahren Vater Rhaegar Targaryen steht – Fans vermuten (oder besser gesagt hoffen) sogar, dass Jon eines Tages auf Rhaegar reiten wird.

Es ist also Viserion, der starb. Was uns zum nächsten Punkt führt:

 

Viserion ist ein „Wiedergänger-Drache“, kein Eisdrache!

An dieser Stelle muss kurz der Klugscheißermodus herausgeholt werden, da viele Leute nicht wissen, was ein Eisdrache ist (oder was ein Weißer Wanderer ist).
Daher noch eine schnelle Erklärung der „Armee der Toten“. An oberster Stelle steht der Nachtkönig. Danach kommen als seine „Generäle“ die Weißen Wanderer, welche von ihm lebend umgewandelt werden (wir wissen, dass ein Großteil von ihnen aus Crasters Söhnen besteht). Ein normales Lebewesen, welches stirbt und von den Weißen Wanderern zurückgeholt wird, ist ein Wiedergänger (viele setzen Wiedergänger mit Weißen Wanderern gleich). Wiedergänger können, wie die Folge noch einmal bestätigt hat, alle Lebewesen sein. Egal ob Menschen, Bären, Pferde oder eben Drachen!

Bei Viserion handelt es sich also um einen Wiedergänger und nicht um einen Eisdrachen.

Eisdrachen existieren jedoch ebenfalls in Westeros! Zum einen ist der Eisdrache ein Sternenbild und zum anderen gibt es viele Geschichten um diese Geschöpfe. In den Büchern erzählte die alte Nan dem noch jungen Jon von den Eisdrachen und dass die Weißen Wanderer auf ihnen ritten.

Außerdem steht in „Die Welt von Eis und Feuer“ (einem umfangreichen Nachschlagewerk zur Reihe) von George R. R. Martin geschrieben, dass Eisdrachen wesentlich größerr sind, als normale Drachen und einen Frostatem besitzen, der einen Mann erfrieren lassen kann.

Den Weißen Wanderern schadet Feuer noch immer nicht

Eigentlich nicht zwingend erforderlich, für die Unterscheidung von Weißen Wanderern und Wiedergängern jedoch immer noch notwendig.
Wiedergänger lassen sich am effektivsten mit Feuer bekämpfen – es hilft aber auch, sie einfach zu „zerschlagen“. Bei dem Nachtkönig und seinem Gefolge sieht es jedoch anders aus Wir haben bereits vorher gesehen (in Hartheim und in Die Tür), dass die Weißen Wanderer einfach durch Feuer gehen können bzw. dieses in ihrer Gegenwart einfach „weicht“ – und auch diese Folge verdeutlichte noch einmal, dass selbst Drachenfeuer dem Nachtkönig nicht schadet.

Interessanter ist hier jedoch die Frage, ob ein Wiedergängerdrache ebenfalls vom Feuer getötet werden kann oder der „natürliche“ Schutz der Spezies auch im Tod noch reicht. Und falls nicht, würde er sich nicht selbst rösten, sofern er Feuer speit? Speit er überhaupt Feuer?

Wiedergänger töten leicht gemacht!

Jenseits der Mauer bescherte uns neben viel eisiger Action auch einen weiteren wichtigen Happen an Information: Wird ein Weißer Wanderer ausgeschaltet, sterben scheinbar alle Wiedergänger, die er selbst erschaffen hat, mit ihm.

 

Daenerys und die Unfruchtbarkeit

Spätestens jetzt werden die meisten Fans mitbekommen haben, dass Daenerys unfruchtbar ist. In einer früheren Folge erklärte sie Jon, dass ihre Drachen die „einzigen Kinder sind, die ich je haben werde“.

Die Unfruchtbarkeit von Daenerys Targaryen fällt auf den Beginn ihrer Geschichte zurück – als sie das Leben ihres Mannes Khal Drogo retten wollte und um Hilfe bei der Hexe Mirri Maz Dur bat.
Hier verlor sie ihren ungeborenen Sohn Rhaego und Mirri prophezeite ihr: „Wenn die Sonne im Westen aufgeht und im Osten untergeht. Wenn die See austrocknet und die Berge im Wind verschwinden. Wenn dein Bauch sich wieder wölpt und ein lebendiges Kind gebiert“ –  dann wird es wieder so sein, wie früher.

Auch wenn die Serie die Sache offensichtlich macht, so sah es in den Büchern (A Dance With Dragons) so aus, als hätte sie eine Fehlgeburt. Außerdem gibt es eine Theorie, dass die Prophezeiung dort erfüllt wurde, da Quentyn Martell von Dorne (geboren in Sonnenspeer) von Westen nach Osten reiste und das Dothrakische „Meer“ austrocknete (und noch andere Dinge).

Das Thema um Daenerys Erbe wird scheinbar in der Serie noch eine wichtige Rolle spielen (Tyrion hat es bereits angeschnitten) jedoch hallt mit dem Tod ihres Drachen Viserions ein anderer Teil von Mirris Aussage mit. Sie verkündete, dass nur der Tod für das Leben zahlen kann. Könnte also Viserions Tod eine Metapher dafür sein, dass Daenerys in der Zukunft erneut Kinder kriegen kann?

 

Hey Hey, Walder Frey!

Nur eine Kleinigkeit: Eines der Gesichter, das Sansa bei Arya trägt gehörte einst Walder Frey.

 

„Ich habe seit Wochen nichts von ihm gehört“!

Bei den ganzen vielen Sprüngen in der Serie geht in der Tat das Zeitgefühl ein wenig verloren, sodass man nicht weiß, ob seit Jons Weggang von Winterfell nun wenige Tage vergangen sind oder mehr.  Hier lässt Sansa einen ersten richtigen Hinweis darauf fallen und verkündet Arya, dass sie seit Wochen nichts von ihrem Bruder und dem König des Nordens gehört hat.
Die letzte (uns bekannte) Korrespondenz der beiden fand statt, als Sansa ihn darüber unterrichtete, dass Arya noch am Leben und in Winterfell sei.
Man könnte also annehmen, dass er auf dieses Schreiben eine Antwort verfasste und kurz darauf nach Ostwach aufbrach – per Schiff, dem zweitschnellsten Transportmittel (außer man hat einen Drachen oder ist Gendry).
Nehmen wir mal an, er brauchte für diese Strecke Zwei oder Drei Wochen, dann noch einen Tag oder zwei, um die Mission vorzubereiten und die eine Nacht am See (ich vermute, dass sie noch mehr Nächte unterwegs waren, da sie sonst verdammt nah an der Mauer waren) – daraus könnte man vermuten, dass sich die letzten beiden Episoden in einer Zeitspanne von 3 Wochen bis zu einem Monat abspielten. Natürlich sind das nur Spekulationen und jeder in Westeros könnte auch einfach von Kleinfinger oder Varys die Kunst der Teleportation erlernt haben – jedoch bringt es mal wieder ein wenig Zeitgefühl in die Serie.

 

 

Langklaues Augen

Gut. Hier kann man interpretieren, was man will. Nachdem Jon seinen heroischen Tauchgang hinlegte, beginnt die Einstellung mit einem Blick auf sein legendäres Schwert Langklaue. Während Jon unter Wasser ist, sind die „Augen“ des Wolfskopfes weiß und nehmen ihre gewohnte Farbe an, als er aus dem eiskalten Wasser auftaucht.

Hier gibt es nun eine Menge an Spekulationen. Einige behaupten, Bran sei in das Schwert seines Bruders geschlüpft, um ihm zu helfen (wenn er in jemanden „wargt“, dann sind dessen Augen ebenfalls weiß), andere sahen da nur Schnee, der schmilzt (naja) und wiederum andere denken, dass es sich dabei lediglich um eine Reflexion handelt.

Was auch immer es sein mag – die Augen Langklaues verändern sich in der Tat.
UPDATE: Der Regisseur der Episode Alan Taylor hat in einem Interview enthüllt, dass es sich hier einfach nur um einen Zufall handelt und er nichts davon wusste, bis er darauf angesprochen wurde.

 

Arya gibt ihrer Schwester den Valyrischen Dolch

Der Drachenschock ließ einige vermutlich ein wichtiges Detail übersehen.
Arya tut ihr bestes, um ihrer Schwester Sansa ordentlich Angst zu machen. Nachdem sie ihr droht, ihr das Gesicht herauszuschneiden, gibt sie ihr jedoch den Dolch, den sie von Bran bekam, welcher ihn wiederum von Kleinfinger bekam (ohne den Grund zu kennen).

Diese „Geste“ gepaart mit der Tatsache, dass Sansa ausgerechnet Brienne nach Königsmund schickte, gibt Grund zur Annahme, dass Sansa vielleicht einen Plan hat, um Kleinfinger (welcher in dieser Staffel mal wieder sein bestes tut) eine Falle zu stellen.
Eigentlich sollte sie seine Spiele kennen und sie hat früher bereits gegenüber Bran und Arya betont, dass man Kleinfinger nicht trauen sollte – ihr Verhalten ihm gegenüber sieht jedoch anders aus.
Hier bewegen wir uns wieder im Raum der Spekulationen: Könnte es sein, dass Sansa Baelish in dem Glauben lässt, dass sie auf ihn reinfällt, während sie im Hintergrund die Fäden zieht, um ihm am Ende zu entlarven und vielleicht sogar töten zu lassen? Brienne wegzuschicken war ein großer „Fehler“, da sie ein wachsames Auge auf Kleinfinger hatte und ihre Lady Stark um jeden Preis zu beschützen versucht. Genau das könnte Sansa damit bezwecken wollen – mit Brienne in Königsmund hat Kleinfinger vielleicht „freie Fahrt“ um in Sansas Falle zu tappen.
Wer weiß? Vielleicht geschieht es so. Vielleicht ist Sansa aber auch einfach wirklich blöd.

 

Der Nachtkönig, was zum Teufel will er nun eigentlich?

Ein wenig wütend macht mich die Tatsache, dass wir im Affenzahn auf das Ende der Serie zurasen und wir noch absolut keinen Schimmer haben, was der Nachtkönig eigentlich will.
Für meinen Gedankengang muss ich ein klein wenig ausholen:
Nachdem der Nachtkönig Viserion getötet hat, besiegt Jon Schnee eine Handvoll Wiedergänger und fixiert den Nachtkönig in einem Moment, der mich an eine frühere (bescheuerte) Aktion von Jaime Lannister denken ließ: In Kriegsbeute nimmt er genau auf die selbe Art Daenerys ins Visier und galoppiert auf sie zu, um den Krieg zu beenden.
Jon scheint genau den selben Gedanken zu haben und in dem Bruchteil einer Sekunde hat man den Gedanken, dass es irgendwann auch genau so enden muss – in einem Duell der beiden.
Genau so, wie Jaime „einst“ Daenerys töten wollte, so wollte Jon hier dem Nachtkönig ein Ende bereiten. Und wie in unserer Analyse zu Kriegsbeute erwähnt, gab es auch bei König Robert Baratheon einen „dummen“ Jungen, der Roberts Rebellion auf die selbe Weise beenden wollte.

Worauf ich hinaus möchte: Dieser dumme Junge sah Robert als einen Schurken und sich selbst als einen der Guten. Genau so, wie Jaime sich selbst nicht als Schurken sah, sondern Daenerys. Wir wissen, dass sie alle weder gut noch böse sind und einfach in dieser Welt leben. Und genau so ähnlich „muss“ es sich auch mit dem Nachtkönig verhalten, den Jon ausschalten wollte, da er ihn für das Böse hält.

In einem Interview mit Collider sprach der Autor einmal darüber, wie er in die Köpfe der Charaktere schlüpft und dass niemand wirklich böse sei:

Niemand ist ein Schurke in seiner eigenen Geschichte. Wir sind alle Helden in unseren eigenen Geschichten. Also, wenn ich in den Köpfen der Charaktere bin, die einige als Schurken betiteln würden, dann habe ich sehr viel Zuneigung für diesen Charakter und ich versuche die Welt und die Ereignisse durch ihre Augen zu sehen.

Mit diesem Zitat im Hinterkopf: Wie kann der Nachtkönig da einfach nur böse sein? Selbst die Super-Ekel Joffrey und Ramsay waren in ihren eigenen Geschichten keine Schurken.
Was treibt den Nachtkönig an? Hoffentlich kriegen wir bald eine Auflösung darüber!

 

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