Aus! Aus und vorbei! Naja, noch nicht ganz. Eine Staffel von Game of Thrones bleibt uns noch!  Wie zu jeder Folge gibt es auch zum Staffelfinale eine kleine Analyse einiger Details, Eastereggs und Referenzen.
Hier geht’s zur Analyse der letzten Woche „Jenseits der Mauer„.

Falls es nicht ersichtlich sein sollte: Es folgen Spoiler zur aktuellen Staffel.

„Ein General, mit dem man nicht verhandeln kann…“

Als Cersei in Königsmund der Wiedergänger präsentiert wird, versucht Jon Schnee ihr klar zu machen, dass die Bedrohung durch den Nachtkönig größer ist, als alle Kriege der Lebenden. Er beschreibt den Nachtkönig als einen „General, mit dem man nicht verhandeln kann“ – und damit hat er vollkommen Recht.  Nicht nur ist der Nachtkönig ein Tod-bringender Sturm, laut den Showrunnern Weiss und Benioff wird der eisige Geselle vermutlich auch nie ein Wort sagen.
Wir denken bei dem Nachtkönig nicht unbedingt an einen Schurken, sondern mehr an den Tod. […] In gewisser Weise ist es sogar sehr passend, dass er nicht spricht.“ verrieten die beiden Deadline bereits 2016. „Was wird der Tod sagen? Ihm würde einfach nichts gerecht werden. Er ist reine Zerstörungskraft. Ich denke nicht, dass wir je versuchen werden, einen Dialog für den Nachtkönig zu verfassen.“

„Ein Drache ist kein Sklave“

Es ist mal wieder Callback-Zeit!

In der Drachengrube erzählt Daenerys Targaryen Jon Schnee zunächst auf hochvalyrisch und dann in der gemeinen Sprache „Ein Drache ist kein Sklave.
Dieses Zitat brachte die Mutter der Drachen bereits in einem wichtigen Moment der Serie: Als sie die Unbefleckten in Staffel 3 kaufte und freiließ.

Daenerys händete Drogon dem Sklavenmeister aus, welcher sichtbare Schwierigkeiten hatte, den Drachen unter Kontrolle zu bringen.
Der Sklavenmeister, welcher bis dahin glaubte, Daenerys würde nur die gemeine Zunge beherrschen (und der sie bis dahin ziemlich harsch beleidigte) wies seiner damaligen Dolmetscherin Missandei an der „Schlampe“ zu sagen, dass ihr Biest nicht gehorcht. In diesem Moment drehte sich Daenerys um und entgegnete in der Sprache ihrer Ahnen, dass ein Drache kein Sklave sei. Kurz darauf wird der Sklavenmeister geröstet und Daenerys stellt ihrer neuen Armee frei, ihr zu folgen.

Teil der Prophezeiung vergessen? Kein Problem! Wir fügen das später ein!

Ebenfalls im Recap zur letzten Woche behandelten wir Danys Unfruchtbarkeit, welche in letzter Zeit häufiger Thema war – und wie es nicht anders kommen konnte, ist dies auch Gegenstand im Gespräch zwischen Jon und Dany.
Ich kann keine Kinder haben.“ „Wer sagt das?“ „Die Hexe, die meinen Ehemann verbrannte“ – wir erinnern uns an die erste Staffel. Khal Drogo lag im Sterben und Daenerys versuchte alles, um ihren Ehemann zu retten. Sie wandte sich an die Hexe Mirri Maz Duur, welche dafür sorgte, dass Dany ihr ungeborenes Kind verlor und Khal Drogo in einen vegetativen Zustand verfiel.
Hier fragte Daenerys die Hexe, wann Drogo wieder so sein wird, wie früher.
Wenn die Sonne im Westen aufgeht und im Osten versinkt, wenn die Meere austrocknen und die Berge wie Blätter im Wind verwehen„. Das sagte sie in der Show, was symbolisieren sollte, das es niemals geschehen wird. Doch jetzt kommt der tricky Teil: In den Büchern sagte sie ebenfalls noch „Wenn eurer Schoß wieder Früchte trägt und Ihr ein lebendes Kind bekommt. Dann wird er wiederkehren, vorher nicht.“ – dieser Teil gibt überhaupt erst Klarheit über Daenerys Unfruchtbarkeit und er wurde nun Sechs Staffeln später erst eingeführt.

Wenn eine Prophezeiung „nachträglich“ erweitert wird, kann dies dann auch bei anderen geschehen? Erinnern wir uns an die Prophezeiung, die Cersei als junges Mädchen hörte. Dort wurde ihr vorhergesagt, dass sie 3 Kinder haben wird, deren Haare gold sein werden und dass die sterben werden. (Da wurde offenbar das Kind aus Staffel 1 vergessen, das Cersei erwähnt und ihre jetzige Schwangerschaft – außer sie stirbt im Kindbett).
Auch hier wurde in der Serie ein wichtiger Teil ausgelassen, der in den Büchern vorkommt – dort merkt Maggy der Frosch (so heißt die Gute wirklich) an, dass sich letztlich die Hände des Valonqar um ihre Kehle legen werden – Valonqar steht für kleiner Bruder.
Könnte dieser wichtige Teil (der entweder vergessen oder bewusst ausgelassen wurde) so dennoch seinen Weg in die Serie finden?

Forshadowing – das Kind von Jon und Dany

Game of Thrones ist bekannt für „Forshadowing“ (auch epische Vorausdeutung genannt) – es werden immer wieder kleine Hinweise fallen gelassen auf spätere Ereignisse (hier findet Ihr einige davon).

Dieses Stilmittel wird (wie ich vermute) direkt im besagten Gespräch zwischen Jon und Daenerys gebraucht.
Nachdem Dany die Geschichte von ihrem verstorbenen Ehemann erzählt, fragt Jon, ob sie je daran gedacht hat, dass dies eine Falschinformation sei.
Es gibt Grund zur Annahme, dass Daenerys Unfruchtbarkeit in der Buchreihe „besiegt“ ist – könnte die Serie die Prophezeiung einfach als „nichtig“ erklären und so einläuten, dass Daenerys in der Tat ein Kind kriegen kann?

Aber wir schweifen wieder ab. Dass gerade Jon diese Bemerkung macht könnte ein Hinweis darauf sein, dass Daenerys in der Tat wieder ein Kind in sich tragen wird – ein Kind von Jon Schnee.
Es gibt Spekulationen darüber, dass Daenerys bisher nur keine (gesunden, lebenden) Kinder kriegen konnte, weil sie Targaryen Blut (naja, eine andere Flüßigkeit) braucht. Die Geschichte dieser Familie ist von Inzest übersät und man versuchte immer die Blutlinie so rein wie möglich zu halten – das führte letztlich auch dazu, dass solche labilen Subjekte wie der irre König Aerys erschaffen wurden – ich würde mein Geld also nicht auf die Vermutung setzen, dass  man Targaryen Blut braucht, um starke Nachkommen zu zeugen. Aber wer weiß.
Dass die Romanze von Jon und Dany so weit voran schreitet, dass daraus ein Kind entstehen könnte spricht durchaus für die Tragik der ganzen Geschichte. Und wenn Jon Schnee tatsächlich der versprochene Prinz ist, dann muss er ein Opfer bringen.

Wir sind gespannt.

Eine nahende Identitätskrise

Der Drache und der Wolf. Das ist der Titel des Staffelfinales. Er hat mehrere Bedeutungen. Zum einen kann damit die Romanze von Jon und Daenerys gemeint sein, welche in dieser Folge auf eine neue Stufe gehoben wird. Es kann sich aber auch auf Lyanna Stark und Rhaegar Targaryen beziehen, welche sich liebten und heiraten und für die dritte Bedeutung des Titels sorgten: Jon Schnee, Aegon Targaryen. Er ist ein Wolf, weil er bei den Starks aufwuchs (und weil offensichtlich seine Mutter eine war) und ein Drache, weil in ihm das Drachenblut der Targaryena schlummert.

Dass dies nicht nur gute Neuigkeiten sind, lässt Jons Gespräch mit Theon Graufreud erahnen. Auch hier wird wieder Forshadowing betrieben.

„Es fühlte sich immer so an, als müsste ich eine unmögliche Entscheidung treffen. Stark oder Graufreud
“ beginnt Theon und versucht sich so für all seine „falschen“ Entscheidungen zu entschuldigen, die er im Leben gemacht hat – er hatte quasi eine Identitätskrise.
Jon erinnert Theon daran, dass Ned Stark dem jungen Graufreud mehr Vater war, als sein eigener und dass er ihn nie wirklich verloren hat: „Er ist ein Teil von dir. So wie er ein Teil von mir ist. Du musst nicht zu wählen. Du bist ein Graufreud. Und du bist ein Stark.“ entgegnet Jon in einem der (für mich) emotionalsten Dialoge er Serie.

Und diesen Rat sollte Jon sich gut in Erinnerung behalten, denn auch er könnte sich bald in einer ähnlichen Identitätskrise wiederfinden – hin und hergerissen von seiner Erziehung und seinem Stark-Blut und seiner „Bestimmung“ als Targaryen (und der Tatsache, dass seine neue Liebe eigentlich seine Tante ist).  Hinzu kommt der Fakt, dass Jon Schnee noch nicht mal sein richtiger Name ist! Was uns zum nächsten Punkt bringt.

 

Aegon Targaryen?!

Bücherwürmer werden hier vermutlich teils wütend reagiert haben. Wir erfahren durch eine weitere Vision von Bran Stark, dass Jon Schnee (von dem er dachte, er heiße Sand) und der Hilfe von Samwell Tarly (welcher scheinbar doch zuhörte), dass Rhaegar Targaryen und Lyanna Stark im Geheimen heirateten und ihr Kind den Namen Aegon Targaryen tragen wird.

Und diese Namenswahl ist ehrlich gesagt ziemlich verrückt.

Aegon ist unter den Targaryen ein äußerst beliebter Name. Der wohl bekannteste von ihnen war Aegon der Eroberer, welcher überhaupt erst die sieben Königslande unter sich vereinte und den eisernen Thron schuf.
Ein weiterer bekannter Vertreter des Namens war Aegon V., auch Aegon der Unwahrscheinliche oder einfach nur „Egg“ genannt – er war der Bruder von Maester Aemon Targaryen und ist ein wichtiger Teil der Buchreihe „Der Heckenritter von Westeros“.

Okay, alles halb so wild. Der verrückte Part kommt jetzt:
Rhaegar hatte bereits ein Kind, das er Aegon Targaryen nannte.
Ja genau, Jon trägt ganz genau den selben Namen wie sein Halbbruder. Dieser Aegon war der Sohn von Ellia Martell (der Schwester von Oberyn Martell) welche nach Roberts Rebellion gemeinsam mit ihren Kindern vom reitenden Berg getötet wurde – was auch der Grund war, weshalb sich Oberyn damals freiwillig als Tyrion Lannisters Champion für den Richtspruch durch Kampf meldete.
Rhaegar hatte also zwei Söhne mit ein und dem selben Namen. Hier kann man nun vermuten, dass Rhaegar bereits vom Tod seines ersten Sohnes erfuhr und seinen zweiten Sohn daher ebenfalls so nannte (mal ehrlich, wer nennt sein zweites Kind nach dem verstorbenen ersten?) – jedoch haut das zeitlich nicht hin, da Ellia Martell und ihre Kinder erst nach der Schlacht am Trident – also nach Rhaegars Tod -verstarben. Es könnte auch sein, dass Lyanna diese Wahl alleine traf, um ihren kürzlich verstorbenen Ehemann zu ehren. Aber wir schweifen wieder ab.

Was wirklich verrückt ist: Wenn wir davon ausgehen, dass der Jon Schnee aus den Büchern den selben Namen tragen wird, wie seine Serien-Adaption, dann wird es in den Büchern bald ziemlich verwirrend!
Daenerys hat in den Büchern eine detailierte Vision im Haus der Unsterblichen, in welcher sie Rhaegar bei der Geburt eines seiner Kinder sieht – Aegon. Rhaegar hält hier fest, dass er der Prinz ist, der versprochen wurde und dass sein Lied das von Eis und Feuer sein wird.

Viele Kapitel später setzt die „Junger Greif“ Storyline ein (beide Dinge wurden nicht in die Serie übernommen):  Hier wird offenbart, dass Aegon Targaryen (also der erste Sohn von Rhaegar) nicht gestorben ist und unter anderem von Varys in Sicherheit gebracht wurde. In Essos wurde er zum König großgezogen und darauf vorbereitet, eines Tages die sieben Königslande einzunehmen. Auch wenn es Leute gibt, die ihn für einen Betrüger halten, wird er von Tyrion Lannister sofort als Targaryen entlarvt. Die Storyline „endet“ in den Büchern derzeit damit, dass Aegon mit seiner Armee, der goldenen Kompanie (welche Cersei in der Serie derzeit mietet) in Westeros landet und mit seiner Invasion beginnt.  Er ist somit ein Widersacher für Daenerys Thron-Ansprüche.  Eine ähnliche Problematik können wir auch in der Serie erwarten, wenn offenbart wird, dass Jon/Aegon der wahre Erbe ist.

Hier stellt sich jedoch die Frage: Lautet Jon Schnees Name auch in der Vorlage Aegon? 2 Halbbrüder mit dem selben Namen, die eine relativ wichtige Rolle ausfüllen? Oder ist „Aegon“ eine Erfindung der Serie und somit nur eine weitere Abweichung von der Vorlage?

 

Rhaegar oder Viserys?

Rhaegar Targaryen. In den Geschichten war er der umwerfendste Mann, den die 7 Königslande je gesehen haben. Die Frauen liebten ihn und die Männer kämpften und starben für ihn. Er wird teilweise als der hübscheste Mann der Welt beschrieben – das weckt Erwartungen, denen natürlich nicht gerecht werden kann. In Der Drache und der Wolf sehen wir das erste Mal Rhaegar Targaryen, wie er Lyanna Stark heiratet.

Wenn ihr bei der Erscheinung des Kronprinzen an jemand anderen aus Game of Thrones gedacht hat, dann liegt ihr da vollkommen richtig: Sein Auftritt zeigte eine verblüffende Ähnlichkeit mit Viserys – seinen jüngeren Bruder, den wir in Staffel 1 kennen lernten.
Und es gibt durchaus Sinn, dass die beiden sich in ihrer Erscheinung ähneln.

Viserys blickte zu seinem älteren Bruder auf und wollte diesem als Erbe des eisernen Throns nacheifern. Da liegt es auf der Hand, dass er auch die äußere Erscheinung wiederspiegeln wollte.
Rhaegars Schauspieler Wilf Scolding wurde von den Kostüm-Designern so eingedeckt, dass man direkt an seinen Bruder denkt. Und auch das stammt aus den Büchern!
Als dort Daenerys eine Vision von Rhaegar hat, verwechselt sie ihn auch zunächst mit Viserys und erkennt, dass er die Haare ihres Bruders hat, jedoch größer war und eine andere Augenfarbe hatte.

 

In den letzten Minuten des Finales sehen wir, wie der Nachtkönig auf seinem Wiedergänger-Drachen (noch einmal: Es ist kein Eisdrache! Das sollte diese Folge deutlich herausgestellt haben, da er durchaus Feuer speit) Viserion die Mauer zum Einsturz bringt. Ganz oben auf der Mauer standen Beric Dondarrion und Publikumsliebling Tormund.
Fans waren danach schockiert und hatten Angst um diesen geliebten Charakter: Wurde er einfach so getötet?

Nun, so wie wir das sehen: Nein.

Die beiden befanden sich auf der rechten Seite der Maue (wenn man vom Loch ausgeht, das der Nachtkönig in die Mauer brutzelte). Wir sehen zwar, wie ein beträchtlicher Teil der Konstruktion zerstört wurde, jedoch bleibt ein Teil mit Gerüsten drauf intakt – hier befanden sich unsere beiden Helden.

Dies ist natürlich nur eine Vermutung, aber wir setzen darauf, dass man diesen beiden Charakteren keinen so schnellen und unvorhersehbaren Tod liefern würde. Es kann auch sein, dass die beiden ein wenig mitgerissen wurden und später in den Trümmern aufwachen.

 

Das Staffelfinale hatte einige Parallelen zum Finale von Staffel 6

Als ich das Finale schaute, überkam mich das Gefühl, dass mir das alles doch irgendwie bekannt vorkam. Und wenn man genauer drüber nachdenkt, dann weist dieses Finale einige Parallelen zu „Die Winde des Winters“ auf – dem Finale der vorigen Staffel.

Zum einen haben wir Arya und Sansa auf der Mauer von Winterfell. Beide blicken in die Ferne – genau so, wie Jon und Sansa in der Staffel davor.


 

Außerdem haben wir erneut eine (durch Bran bedingte) Enthüllung, die Jon Schnee betrifft. In Staffel 6 erfuhren wir, dass Jon eigentlich der Sohn von Lyanna Stark und Rhaegar Targaryen ist. Direkt darauf wird er zum König des Nordens gekrönt.
In Staffel 7 erfahren wir von der geheimen Heirat Jons Eltern und es folgt der Fakt, dass Jon/Aegon Targaryen der wahre Erbe des eisernen Throns sei – also nicht nur der König des Nordens, sondern der 7 Königslande.
Aber es geht noch weiter: Direkt nach diesen beiden Offenbarungen haben wir 2 Charaktere, die einen mysteriösen Blick aufsetzten, der Fans daraufhin bei der Frage durchdrehen ließ, was er bedeuten könnte.

In Staffel 6 war es Kleinfinger, über dessen Absichten wir uns Sorgen machten. Wir wissen ja mit dieser Folge nun, was sein Plan war und wie das für ihn endete.
Hoffentlich nimmt es ein anderes Ende für unseren „Starrer“ von Staffel 7:

Ja, unser liebster Kampftrinker Tyrion Lannister wirft einen sorgniserregenden Blick auf die Tür, hinter der eben Jon Schnee in das Schlafgemach von Daenerys Targaryen verschwunden ist. Was das bedeutet, gehen wir gleich an.

Doch auch die letzte Einstellung der aktuellen Folge spiegelt das Finale von Staffel 6 wieder:
In Staffel 6 sehen wir, wie Daenerys und ihre Flotte endlich nach Westeros aufbricht – mit ihren Drachen am Himmel. Ein Ereignis, auf das wir so lange gewartet haben!

Und Staffel 7 endete damit, dass der Nachtkönig mit seiner gesamten Armee (und seinem neuen Drachen) die Mauer passiert und in Richtung Süden unterwegs ist – ebenfalls ein Ereignis, das wir lange erwartet haben.

 

Der Einsame Wolf stirbt…

In dieser Staffel hat sich Sansa Stark bewiesen. Nicht nur hat sie gezeigt, dass sie als Lady von Winterfell eine gute Figur macht, sie hat auch den Zuschauern eine Lektion gelehrt, die dachten, sie würde sich von Kleinfinger manipulieren lassen.
Aber beginnen wir von vorne (oder irgendwie am Ende).
Nachdem die Stark-„Kinder“ Kleinfinger das Handwerk gelegt haben, zitiert Sansa ihren Vater Ned Stark „Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt.

Dies ist zum einen eine klare Referenz zur ersten Staffel, in der Ned dies seiner Tochter Arya sagt, die sich von Sansa abwenden will.

Es ist aber auch eine klare Metapher für das Haus Stark und drückt ganz genau das aus, was hier eigentlich geschehen ist:
Kleinfinger war der „größte“ einsame Wolf in der Geschichte von Game of Thrones. Im Alleingang versuchte er alles und jeden zu manipulieren – was sein Untergang war.
Und dann ist da Sansa, die auf Arya und Bran vertraute – denn nur gemeinsam konnten sie Petyr Baelish das Handwerk legen.
Bran hat die Möglichkeit „alles“ zu sehen, jedoch wissen wir seit heute auch, dass er eben nicht alles weiß und er Hilfe dabei braucht, sich auf etwas zu fokussieren. Er hat also den Part zwischen Ned und Kleinfinger gesehen und Sansa brauchte den Lysa Arryn Teil dazu und sie konnten Kleinfingers Machenschaften ergründen – durch die Hilfe von Arya.

Denn in der Tat wurde Kleinfinger nicht von einem Stark zu Fall gebracht, sondern von allen 3, die gemeinsam arbeiteten. Seine Verhandlung und Hinrichtung hätte nie geschehen können, wenn die Starks sich nicht vertraut hätten.
Erinnert Ihr euch daran, wie wir nach Folge 1 die „Befürchtung“ hatten Sansa könnte wie Cersei werden? Das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet, denn sie ist das genaue Gegenteil davon. Sie vertraut ihren Geschwistern und bezieht sie mit ein.

 

Was hat Sandor seinem Bruder gesagt?

Das hier sind jetzt reine Spekulationen, da wir kaum Anhaltspunkte haben.

Es kam endlich zum lang erwarteten Treffen der beiden Brüder Sandor und Gregor Clegane, dem Hund und dem Berg. Anstelle eines erwarteten Duells macht der Hund eine merkwürdige Anmerkung. Er sagt „So endet es nicht für dich Bruder. Du weißt, wer es auf dich abgesehen hat. Das hast du immer schon gewusst.“

Okay. Wer genau hat es auf den Berg abgesehen? Und woher hat es immer gewusst?

Mein persönlicher erster Impuls war, dass dies einfach nur eine Drohung gegenüber seinem Bruder sein soll. Nach dem Motto „Ich bin immer der gewesen, der dich umbringen wird. Nur deswegen lebst du noch.

Es gibt aber auch andere Vermutungen. Es könnte auch sein, dass der Hund etwas in den Flammen gesehen hat, wie in der Premiere dieser Staffel. Hat er den Nachtkönig gesehen? Im Moment scheint der Berg eine unaufhaltbare Tötungsmaschine zu sein – könnte nur der Nachtkönig ihn töten?
Oder hat es etwas damit zu tun, dass der Nachtkönig als eine Metapher für den Tod steht und Gregor dem Tod „verwehrt“ wurde, indem er irgendwie durch Qyburn zurückgeholt wurde? In der Tat wissen wir absolut nichts über die genauen Umstände seiner „Wiedergeburt“.
Aber dafür gibt es an sich kaum Anhaltspunkte – außer man möchte es so deuten, dass in dieser Staffel besonderes „Augenmerk“ auf die roten Augen des Bergs gelegt wurde – welches im starken Kontrast zu den blauen Augen das Nachtkönigs steht.

Aber wie gesagt, das sind alles nur stumpfe Spekulationen.

Bisher wäre der Hund die sicherste Wahl – außer, es gibt da noch jemanden, den wir noch nicht kennen gelernt haben (oder Oberyn taucht als Geist auf und nimmt endlich seine Rache).

Tyrion, was ist los mit dir?

Daenerys und Jon sind „endlich“ in der Kiste gelandet! Doch das war eigentlich nicht das wichtigste an dieser Szene. Denn wie oben bereits erwähnt, konnten wir entdecken, wie Tyrion mit einem besorgniserregenden Blick vernahm, dass Jon und Dany von der verbotenen Frucht naschten.
Warum? Eifersucht?

Um dieser Sache auf den Grund zu gehen, müssen wir ein wenig in die Zeit zurückgehen. Zu dem Brief, den der Autor der Bücher Das Lied von Eis und Feuer George R.R. Martin 1993 seinem Verleger zuschickte, um seine Pläne für die Reihe offenzulegen.
Sehr viel von diesem ursprünglichen Plan hat sich verändert, aber im Kern sind einige Dinge ähnlich – zum Beispiel drehte sich Martins ursprünglicher Plan darum, dass Jon sich in seine Schwester Arya verliebte. Jon hat sich nun auch wirklich in eine Verwandte verliebt – in seine (dem Alter angemessene) Tante Daenerys Targaryen.
Doch da gab es noch einen weiteren wichtigen Teil: Es sollte sich ein Liebesdreieck zwischen Jon, Arya und Tyrion entwickeln.
In seinem ursprünglichen Plan hieß es:
Im Exil wird Tyrion die Seiten wechseln und mit den überlebenden Starks zusammen arbeiten, um seinen Bruder zu stoppen und verliebt sich dabei hoffnungslos in Arya Stark. Seine Begierde bleibt zwar unbeantwortet, jedoch wird sie dadurch nicht weniger intensiv – und es wird zu einer tödlichen Rivalität zwischen Tyrion und Jon Schnee kommen.

Wie bereits erwähnt sind bereits einige der ursprünglichen Ideen in einer abgewandelten Form im Endprodukt gelandet – was bedeuten könnte, dass die tödliche Rivalität von Jon und Tyrion durchaus im Bereich des Möglichen ist –  er könnte sich in Daenerys verliebt haben.

Denn dafür gibt es bereits in der Serie Hinweise, wenn man das Gesagte nur richtig interpretiert.
Tyrion war dafür verantwortlich, dass Jorah aus Mereen (erneut) verbannt wurde, nachdem er korrekt darlegte, dass Mormont sich in seine Königin verliebt hatte.
Er riet Dany außerdem Daario Naharis (welcher ihr Geliebter war) in Essos zu lassen und hier ließ er einen interessanten Satz fallen. Er sagte, dass er nicht der Erste war, der sich in sie verliebte und dass er auch nicht der letzte sein wird.

Dass Tyrion Daenerys liebt würde erklären, warum er so vehement dagegen argumentierte, als Dany nach Norden fliegen und Jon und Jorah retten wollte.
Er nannte sie sogar die „wichtigste Person auf der Welt“ als er sie anflehte nicht die Heldin zu spielen.  Diese Bezeichnung klingt an sich schon etwas merkwürdig. Aber nicht, wenn sie von jemanden kommt, der verliebt ist.

Und blicken wir zurück: Früher war Tyrion ein lüsterner Typ, der Sex liebte – davon sahen wir in den letzten Staffeln nichts. Seine romantische/geile Art war immer ein großer Teil dieses Charakters – man könnte es natürlich so sehen, dass er noch immer wegen Shae trauert, aber irgendwann kommt auch die Begierde zurück.

Natürlich sind das nur Vermutungen. Es kann auch durchaus sein, dass Tyrions Absichten rein politischer Natur sind und er die Männer aus Daenerys Leben halten wollte, damit sie sich weiter auf ihr Ziel konzentrieren kann.

Andererseits sind wir fast dort, wo Martin uns mit seinem ursprünglichen Plan haben wollte: Denn die Rivalität kann durchaus kompliziert werden. Daenerys müsste mit den Ränkespielen der beiden klar kommen, die der eifersüchtige Tyrion einleiten könnte. Und außerdem könnte Tyrion einen Keil zwischen Jon und Daenerys treiben, wenn er die nahende (öffentliche) Enthüllung Jon Schnees Herkunft betreffend richtig ausspielt: Denn er ist der wahre Erbe des Eisernen Throns – dadurch könnte Dany manipuliert werden.

Und vergessen wir nicht die Prophezeiung, die Daenerys in den Büchern erhält: „dreifachen Verrat wirst du erleben, einen um des Blutes Willen und einen um des Goldes Willen und einen um der Liebe willen. Die ersten beiden sind bereits abgedeckt worden (in den Büchern natürlich): Jorah Mormont verrät sie, weil sie eine Targaryen ist und er sie für den Eisernen Thron ausspionierte. Der Verrat des Goldes wird vom Braunen Ben Pflum begannen – er ist in den Büchern einer von Daenerys Gefolgsleuten und verrät sie an den Toren Meereens, weil die Sklavenhändler ihm Gold bieten.
Steht also noch der dritte Verrat aus – der Verrat aus Liebe. Könnte diese Prophezeiung aus den Büchern dafür ein Hinweis sein? Oder gehen mit uns da grade die Pferde durch?

 

Abschließend lässt sich hier noch zu sagen: Tyrion zu einem „Gegner“ zu machen wäre ein Geniestreich. Er ist DER Publikumsliebling. Wird er von seiner Eifersucht so getrieben, dass er sich gegen seine Königin stellt und eventuell sogar wieder seine Schwester unterstützt und Jon Schnee verrät, dann wird das in der Tat ein „bittersüßes“ Ende, wie es George R.R. Martin für die Serie vorgesehen hatte.

 

 

 

Das war unsere bisherige Analyse zum Staffelfinale! Wir werden sie bei Zeiten noch weiter aktualisieren!

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