killing joke

Hier folgt ein Meinungsbericht zur deutschen Blu Ray-VÖ von „The Killing Joke“:

 

Als bekannt wurde, dass man eine weitere klassische Graphic Novel aus dem Batman-Universum zu einem Animationsfilm machen würde, war ich etwas skeptisch. „Son Of Batman“ ließ mich etwas ratlos zurück. Ich musste nochmal durch die Comics blättern und tatsächlich fand ich die Entwicklungen nicht so besonders. Zudem der ständige Synchronsprecherwechsel machte mir mittlerweile echtes Kopfzerbrechen.

Ich kann schon mal sagen: Der Batman in diesem Film, hat die Synchro aus der 90er-zeichentrickerserie sowie den dazugehörigen Ablegerserien. Der Joker kommt zuweilen etwas merkwürdig mit der deutschen Stimme daher, aber gegen Ende empfand ich den Sprecher wirklich als gut. Allen anderen sei natürlich gesagt, dass man stets zur englischen Synchro wechseln sollte, sofern Mark Hamill den Joker spricht und Kevin Conroy Batman. Dies ist hier der Fall!!!

Doch was gibt es alles in diesem Film zu sehen? Wurde das Comicbuch gut umgesetzt?

Vorher sollte man sich darüber bewusst sein, dass die Hälfte der Spielzeit eine völlig andere Geschichte erzählt und hier Elemente bietet, die zuvor in anderen Serien nur angedeutet worden sind. Batgirl versucht sich ihrem Mentor Batman nicht nur zu beweisen, sondern führt mit ihm eine weitaus sexueller gespannte Beziehung, als man es vielleicht gewohnt sein mag. Besonders, da Batgirl aktuell in den DC Comics wieder zum Teenie gemacht wurde. Zumindest ist es das Bild, was man vermittelt bekommt. Dabei gab uns doch schon die Serie 1966 eine reifere Barbara Gordon. Also keine große Überraschung für mich, sie hier so zu sehen.

Sie kämpft hier gegen einen Gangster aus Mafiakreisen und ich muss sagen: der Kerl ist ganz amüsant und boshaft gestaltet worden, ohne dass man ihn zum Meta-Wesen gemacht hat. Gut so WB Animationsteam! Anstatt sich einen idiotischen Superverbrecher auszudenken, hat man sich auf das besonnen, was weitgehend gut funktioniert: ein in der Realität angesiedelter Verbrecher und kein durchgeknallter, bunter Volllappen!

Batman hält in dieser Vorgeschichte wenig von den Ermittlungen Barbaras und letztlich geht sie freiwillig in den Bat-Ruhestand…

Wo nun der „Killing Joke“ einsetzt. Joker entkommt aus Arkham, was aber nicht näher gezeigt wird. Stattdessen tasten wir uns als Zuschauer an einer Planung entlang, deren Ausführung erst später deutlich wird. Hierbei sehen wir, dass der Joker scheinbar ein erfolgloser Stand-Up-Comedian war, der eine hochschwangere Frau hatte, mit der er in einer Absteige lebte. Alles verdammt tragisch und aus Geldnot lässt er sich mit Gangster ein, die eine Chemiefabrik überfallen wollen.

Orientierungslos durch den plötzlichen Unfalltod seiner Frau, lässt er sich von den Gangster in die Fabrik schleppen, wo er das erste Mal Batman sieht und ihm letztlich der Unfall passiert, der ihm die bleiche Haut und die gesunde Haarfarbe verpasst.

Hier wird die Geschichte aus dem Comic wirklich gut 1 zu 1 übernommen und die Vorgeschichte hat nur noch den Zweck, dass wir mehr Betroffenheit empfinden, wenn Barbara angeschossen wird. Gleichzeitig müsste man aber meinen, dass Batmans Motivation den Joker zu jagen dann darauf beruht, dass er romantische Gefühle für Barbara hat. Doch Batman ist über jede Situation erhaben und bei der Jagd nach Joker, der Jim Gordon in Gefangenschaft hat, behält Bruce einen kühlen Kopf und letztlich stellt er den Joker und will ihm sogar bei der geistigen Genesung helfen. Dass aber im Grunde beide Männer „einen neben sich laufen haben“, erklärt sich in dem Witz, den der Joker am Ende des Films erzählt. Hier muss auch schließlich Batman herzlich lachen.

Und hier scheiden sich die Geister. Die Vorgeschichte bzw. die erste Hälfte des Films wird zuweilen verteufelt. Ich kann mich hier nicht anschießen. Auch der zweite Animationsfilm der gerade raus gekommen ist „Batman – Bad Blood“, geizt mit dem Auftreten von Bruce als Batman ziemlich und ich finde es gar nicht so schlecht. Wir haben hier Batgirl in einer ansprechenden Geschichte mit einem guten Bösewicht, bei dem man sogar phasenweise schmunzeln kann, weil er ungeheuer lässig daher kommt. Allerdings macht ihn das auch gefährlicher. Was die Erwartungshaltung angeht eventuell zu dem Element, an dem sich die Geister scheiden werden.

Der Rest des Films ist eine wahrlich gute Umsetzung des Comicbuchs, auch wenn ich mal gelesen habe, dass Alan Moore als Autor davon ausging, dass Batman den Joker getötet haben soll, nachdem wir das Buch zuschlagen. Ich denke aber aufgrund einer Post-Credit-Scene, dass das Bat-Netzwerk weiterhin den gleichen Bestand hat wie bisher und Batman diese Grenze des Tötens nicht überschritten hat. Alan Moore ist exzentrisch… scheinbar ein Problem vieler Autoren. Frank Millers „Dark Knight III“ kriegt zwar bisher gutes Lob, jedoch schreibt er die Story letztlich auch nicht alleine. Insofern folge ich lieber meiner Sicht der Dinge und nicht der vermeindichen Autoreninterpretation.

In einigen Facebook-Kommentaren wird das Ende schlicht als „doof“ bezeichnet, dabei war es gerade Jokers Witz am Ende, sowie die zwei Todfeinde lachend zusammen zu sehen, der dieses Buch so genial machte. In bewegten Bildern wirkt es für mich jetzt natürlich nicht genauso wie damals, als ich das erste Mal diese Panels im Auge hatte. Dennoch finde ich es sehr gut, dass man nicht von dem Quellmaterial abgewichen ist und aus Bruce einen liebestrunkenen Racheengel gemacht hat!

Die Animationen sind leider nicht immer das Gelbe vom Ei. Batman sieht sehr merkwürdig aus, da die Ohren auf der Maske eher wie Hörner aussehen. Ich denke man hätte ruhig eher versuchen sollen, die gerade sein zu lassen. Schade.

Die Blu Ray bietet neben dem Hauptfilm mal wieder jede Menge Extras. Es ist nahezu beispielhaft, wieviel Extras im Doku-Stil auf den Animationsscheiben zu finden sind! Ich persönlich freue mich besonders über Episoden der Trickserien, für die sich Bruce Timm verantwortlich zeichnete. Hier finden sich immer Highlights aus „Batman – The Animated Series“ oder der „Justice League“. Grandios also, wie viel man letztlich an Spiel- und Kurzfilmen für sein Geld bekommt.

Von mir bekommt der Film eine ganz klare Kaufempfehlung und hoffe, dass DC so weiter macht. Der Heimkinosektor wird hier sehr gut bedient und ich hoffe es kommt noch eine grandiose deutsche Blu Ray Sammlung sämtlicher ihrer Trickserien heraus. Ich würde mich aber auch erstmal mit „Batman und das Phantom“ zufrieden geben… oder man macht daraus einen Film mit Ben Affleck… Verdammt… ich schweife ab.

Nananananana…. BATMAN!!!

 

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