Comic Autor Brian Michael Bendis ist wie eine Münzwurf bei einem Glücksspiel: Mal kommt etwas sehr geiles bei raus und mal etwas, das einem so gar nicht zusagt.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Mit Doctor Doom: Iron Man (engl. Infamous Iron Man) hat Bendis etwas geschaffen, das mir unglaublich viel Spaß bereitet hat.

Doch worum geht’s eigentlich?

Wichtig für die Prämisse des Comics ist zunächst, dass man Civil War II gelesen haben sollte bzw. zumindest dessen Ausgang kennt. Ohne viel auf das wo, wie oder was einzugehen und ohne groß zu spoilern sei gesagt: Tony Stark ist derzeit nicht mehr Iron Man.
Das führte dazu, dass zum einen die junge und hochbegabte Riri Williams als Iron Heart in die Fußstapfen des Helden tritt, doch auch ein Charakter, mit dem man absolut nicht rechnen würde, will die eine eiserne Maske mit einer anderen austauschen.

Der als Dr. Doom bekannte Superschurke war ein jahrelanger Feind der Fantastic Four und anderer Superhelden. Im Mega-Event Secret Wars machte Doom sich sogar für kurze Zeit zum Gottkönig und Herrscher der Realität – doch Doom musste einsehen, dass ihm diese Macht keine Befriedigung gab und er sucht seinen „Lebenszweck“ in anderen Dingen – und kommt dabei zu der Einsicht, dass er als Tony Starks Nachfolger in einer Iron Man Rüstung für das Gute kämpfen müsse.

Ich bin ein großer Fan davon, wenn Marvel etwas neues wagt. Mir hat der Superior Spider-Man Run (Dr. Octopus lebte im Körper Peter Parkers und wollte gutes tun) sehr gefallen und auch Captain Americas „geheime“ Hydra-Vergangenheit sagt mir sehr zu (dazu in einer anderen Review später mehr).

Victor von Doom ist ohnehin schon einer der interessantesten und beliebtesten Schurken des Marvel Universums. Seine einzigartigen Fähigkeiten und sein enormes Wissen um die magischen Künste, die Wissenschaft und das Know-How über die Schurken für den Kampf gegen das Böse einzusetzen, ist eine sehr riskante, aber doch lohnenswerte Idee.

Ich hätte zuvor nie gedacht, dass die Mischung von Dooms Kräften und Tony Starks Rüstung so gut zusammen passen würden – doch verdammt, ich will mehr davon!
Der „geläuterte“ Victor hat es auch nicht einfach. Außer Tony Starks neuer Flamme, die ihm auch nicht wirklich traut, hat er niemanden, an den er sich wenden kann. S.H.I.E.L.D. misstraut ihm offensichtlich und setzt gleich noch den neuesten Agenten auf Doom an, der schon genug Reibungspunkte mit dem früheren Schurken hatte: Das Ding Ben Grimm.

Raus kommt eine spannende Redemption/Origin Story eines vielschichtigen Charakters, von dem man unbedingt mehr sehen will.

Bei Panini Comics Deutschland erschien vor kurzem der erste Paperback (enthält Infamous Iron Man 1-6), welches, wie bereits erwähnt, von Brian Michael Bendis geschrieben wurde – als Zeichner fungiert Alex Maleev, welcher mit Bendis bereits an Moon Knight oder Daredevil zusammenarbeitete.

Doctor Doom: Iron Man hat mich komplett überzeugt und ich bin gespannt, ob dieser Überraschungshit seine Qualität in weiteren Ausgaben erhalten kann.

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