Vorne weg: Zu beachten ist, dass ich hier meine persönliche (subjektive) Meinung wiedergebe. Dann fangen wir mal an!

Zuerst will ich auf die Handlung des Filmes eingehen, ohne dabei jedoch alles preiszugeben. Der Film startet mit einzelnen Handlungssträngen in denen die Charaktere mehr, oder eher minder vorgestellt werden. Batman/Bruce Wayne (Ben Affleck) wird gleich zu Beginn des Filmes durch die klassische Überfall- und die Fledermaushöhlenszene ein Hintergrund geschaffen. Hier muss ich aber gleich einhaken und sagen mir kam über die Filmlänge von ca. 2 1/2 Stunden (die keine Minute zu lang sind!) zu wenig Hintergrund und Motivation der Charaktere. Was man im Trailer von der Bathöhle zu sehen bekam wird auch im Film nicht bemerkenswert erweitert. Gerade die Vitrine mit dem „beschmierten“ Robinsuit, welche im Vorfeld zu sehr vielen Spekulationen führte enttäuscht da ein wenig, macht jedoch gleichzeitig auch neugierig, was uns da im kommenden Batman Solofilm erwartet.

Lois (Amy Adams), Superman (Henry Cavill) und die ihnen nahestehenden Personen sind uns bereits aus Man of Steel bekannt, somit keiner weiteren Einführung nötig. Dafür bekommen wir aber einen erfrischend anderen Lex Luthor zu sehen, der sich im Laufe des Films von hyperaktiv in völlig wahnsinnig wandelt und hier und da ein wenig an Heath Ledgers Joker erinnert. Die schauspielerische Leistung von Jessie Eisenberg wird an allen Stellen gefeiert. Ich füge hinzu, dass sämtliche Darsteller über die gesamte Länge des Films eine grandiose Illusion darbieten und man das Gefühl hat, es wurde sich wirklich mit den Charakteren und dem Ausgangsmaterial befasst. Batman-V-Superman-fan-art-by-NiyoartsDer Auftritt von Diana Prince/Wonder Woman (Gal Gadot) leidet an dem selben Problem, wie der des „neuen“ Batman: Der Charakter wird sofort ins Geschehen einbezogen ohne im Vorfeld die Motivation und Hintergründe der Charaktere zu beleuchten, was Platz für die Solofilme der Charaktere schafft und neugierig macht, aber im Film viele Fragen aufwirft.

Hier empfinde ich Marvels Lösung als eleganter: Iron Man, Iron Man 2, Thor, der Unglaubliche Hulk und Captain America ebneten den Weg für einen gemeinsamen Avengers Film. Bei Batman v Superman haben wir einen gemeinsamen Film mit einer durchaus guten Hinführung zu Justice League: Part One, jedoch müssen durch die Solofilme die Charaktere erst erschlossen werden.

Stilistisch grenzt sich Zack Snyder stark von der kunterbunten humorvollen Konkurrenz ab und schafft so ein düsteres DC Universum das sehr gut zur Stimmung des Filmes passt. Leider war die musikalische Untermalung (Hans Zimmer und Junkie XL) des Filmes stellenweise so daneben und überzogen, dass es vor allem zu Beginn des Endkampfes wie ein Videospiel wirkte. Auch unschlüssige Entscheidungen der Charaktere wirkten gescriptet und lichteten so die sonst dichte Atmosphäre.

Die Effekte waren durch die Bank überragend und man hatte im Gegensatz zum CGI-Spektakel Man of Steel nie das Gefühl, das Geschehene läuft vor einem Green Screen ab.

Letztendlich bleibt zu sagen, dass Batman v Superman: Dawn of Justice eine wunderbare „Eröffnung“ des neuen DC CU ist und Fans durch viele kleine Details unglaublich glücklich macht, im gleichen Moment aber durch die dramatische Schwere und Bild-/Tongewalt das Gefühl hinterlässt man müsse nach dem Kinobesuch das Gesehene erst einmal sacken lassen um zu verstehen, was uns da präsentiert wurde: ganz großes Kino trotz einiger Schwächen.

Kommentare