Ich muss gestehen, ich kenne nicht alle Marvel-Helden in und auswendig – desto interessanter ist es, wenn Panini Comics ein Paperback über einen solchen herausbringt.

Nighthawk stammt nicht von der uns bekannten Marvel-Hauptwelt. Er war Teil der Super-Truppe Squadron Supreme und ist nach der Zerstörung seiner Heimatwelt nun auf Erde 616 gelandet.
Kyle Richmond musste als Kind ansehen, wie seine Eltern Opfer eines rassistisch motivierten Mordes wurden. Viele Jahre später nutzt er seinen Reichtum dazu, sich ein beachtliches Arsenal an Hilfsmitteln zuzulegen, sowie einen kugelsicheres Kostüm und beginnt in der Nacht Rassisten und andere Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen.
Als „Namensgeber“ fungiert hier die Nachteule, welche für die Nacht stehen soll, in welcher er so viel verloren hat.
Wenn es euch ein wenig an Batman erinnert, dann ist das tatsächlich so gewollt!

Nighthawk selbst agiert in Chicago, welches derzeit regelrecht von Rassenunruhen heimgesucht wird. Weiße Polizisten erschossen farbige Jugendliche, Neonazis wollen einen Rassenkrieg vom Zaun brechen und ein fieser Geschäftsmann will die arme Bevölkerung immer weiter in Slums abschieben – und dann gibt es da noch einen Serienmörder, der nach einem bestimmten Muster agiert.

Hier haut Nighthawk richtig rein! Und das ohne viel Feingefühl. Er bricht Knochen, spießt Gegner auf und tötet die bösen Jungs in einer Tour. Es wirkt fast schon so, als hätten Batman und der Punisher ein Kind gezeugt.

Mehr braucht man dazu auch nicht zu sagen. Die Story von David F. Walker (Power Man und Iron Fist) ist nichts wirklich neues und großartiges, aber macht doch Spaß und ist teilweise ziemlich aktuell und politisch. Wer auf rohe Gewalt steht, wird hier definitiv glücklich!

Die Zeichnungen selbst sind bei mir ein Kritikpunkt, den ich leider oft bemängeln muss: Man hat für die 6 US Hefte, die eine abgeschlossene Handlung bilden, mit Leonard Kirk, Martín Morazzo und Ramon Villalobos 3 Zeichner verpflichtet – ich bin absolut kein Fan davon und bevorzuge es, in abgeschlossenen bzw zusammenhängenden  Handlungen auf einen einzigen Zeichner zurückzugreifen.

Doch die Zeichnungen bremsen definitiv nicht den Lesespaß und wer mal etwas anderes ausprobieren will, was irgendwie neu und doch irgendwie vertraut ist, der macht mit Nighthawk nichts falsch!

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