Story:

Im Jahr 2024 gibt es kaum noch Mutanten. Charles Xavier (Patrick Stewart) und Logan aka Wolverine (Hugh Jackman) müssen versuchen, mit dem Verlust der X-Men zurechtzukommen. Zusätzlich haben die beide Männer mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen, denn während die Alzheimer-Erkrankung von Professor X fortschreitet, bildet sich Logans Selbstheilungskraft langsam zurück.

Unterdessen treiben der Unternehmensführer Nathaniel Essex und andere wie Donald Pierce (Boyd Holbrook) die Welt in den Ruin. Für Logan gilt es deshalb, sich ein letztes Mal aufzuraffen, um sie zu besiegen und im Zuge dessen ein Mädchen namens Laura (Dafne Keen) zu retten, das sein junger weiblicher Klon ist.

Kritik:

Nach 17 Jahren ist alles vorbei. 17 Jahre lang hat Hugh Jackman Wolverine gespielt. Mit “Logan“ soll nicht nur die Geschichte eines legendären Charakters zu Ende erzählt werden, sondern Jackman und Fans sollen auch endlich den Wolverine Film bekommen, auf den sie seit Jahren warten. Denn sind wir mal ehrlich, die 2 Solo-Ausflüge “X-Men Origins: Wolverine“ und “Wolverine: Weg des Kriegers“ waren alles andere als zufriedenstellend. Die Regie übernimmt erneut James Mangold, der auch das Drehbuch schrieb. Es ist schon erstaunlich, dass Mangold auch bei “Weg des Kriegers“ Regie geführt hat. Denn von den unzähligen Defiziten, die der zweite Wolverine Teil aufwies, ist in “Logan“ nichts mehr zu sehen. Und wir wollen euch gar nicht lange auf die Folter spannen. Ja, “Logan“ ist der Wolverine Film, den wir uns seit vielen, vielen Jahren gewünscht haben. Logan ist ein gebrochener Mann, der sich sein Geld als Fahrer einer Limousine verdient. Nebenbei muss er sich auch noch um Professor X kümmern, der körperlich und geistig immer weiter abbaut. Hilfe bekommt er dabei von Caliban. Hugh Jackman brilliert in “Logan“ so, wie noch nie zuvor. Schon längst sind Jackman und Wolverine eine in sich verschmolzene Person. Im letzten Kapitel seiner Reise, darf er aber endlich zeigen, was wirklich in seinem Charakter steckt. Die ganze Wut, die sich über die letzten Jahrzehnte angestaut hat, darf nun endlich rausgelassen werden. Und ja, “Logan“ ist unglaublich brutal. Das Blut spritz in alle Richtungen, die Köpfe fliegen durch die Luft und Gliedmaßen werden abgetrennt. Dass der Film bei der FSK mit einer 16er Einstufung durchgekommen ist, ist mehr als fragwürdig. Mehr Brutalität geht wahrlich nicht. Aber James Mangold erzählt im letzten Kapitel eben auch eine emotionale Geschichte. Der Hauptkern der Story dreht sich um das kleine Mädchen Laura, die plötzlich im Mittelpunkt von Logan’s verkorksten Leben steht. Als wäre all das nicht genug, gibt es natürlich auch noch einen Antagonisten, der unbedingt das kleine Mädchen haben will. Und selbst hier gelingt Mangold und seinem Team etwas, was die meisten Marvel (und auch DC) Filme nicht schaffen. Einen ordentlichen, glaubwürdigen Antagonisten auf die Leinwand zu zaubern, mit einer zwar nicht sonderlich originellen, aber zufriedenstellenden Motivation, für das was er tut. Dabei bietet “Logan“ storytechnisch auch noch die ein oder andere Überraschung. Wobei man in aller Ehrlichkeit sagen muss, dass die Story auch ein paar Schwachpunkte hat, auf die wir, aus Spoiler Gefahr, natürlich nicht näher eingehen. Neben der kompromisslosen Brutalität schafft es Mangold aber auch emotional den Zuschauer zu treffen. Hauptsächlich gelingt das durch die Beziehung die Wolverine und Laura im Laufe des Films aufbauen. Aber nicht unerwähnt bleiben sollte Patrick Stewart in seiner Paraderolle als Charles Xavier. Überraschenderweise sorgt er für die humorvollen Momente im Film. Denn bei all der Gewalt und Emotionalität, bietet “Logan“ auch einige sehr amüsante Momente. Leider etwas zu kurz kommt Caliban, der ein wirklich interessanter und sympathischer Charakter ist, den man als Zuschauer sofort ins Herz geschlossen hat. Zu guter letzt reden wir noch über Dafne Keen’s Laura. Dass ihr Charakter die meiste Zeit über stumm ist, sorgt keinesfalls dafür, dass man zu ihrem Charakter keine Bindung aufbaut. Die gerade mal 12 jährige Dafne Keen liefert hier eine absolut fantastische Performance ab. Am Ende kann man jedenfalls festhalten, dass Hugh Jackman mit “Logan“ ein würdiges Finale bekommen hat, das auch die meisten Fans glücklich machen wird. Regisseur James Mangold gelingt ein streckenweise sehr bodenständiger Film, der weit weg von den anderen X Men und Avengers Filmen ist. Er geht neue Wege, verleiht dem ganzen einen leichten Arthouse-Touch, der wirklich hervorragend passt. Der Cast spielt durchweg großartig und Hugh Jackman liefert eine seiner besten Performances seiner Karriere ab. Ein emotionaler, brutaler, spannender, liebevoller Roadtrip, der einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird!

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