Hugh Jackman hat seine Krallen an den Nagel gehängt und mit Logan einen mehr als würdigen Abschied als Wolverine abgeliefert. Kritiker und Fans sind sich weitesgehend darüber einig, dass Logan ein Hit ist!
James Mangold, Regisseur des Films, hat während eines Podcasts mit dem Empire Magazin einige interessante Informationen fallen lassen, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

1. Christian Bales Knie ist für Logan verantwortlich!

„Meine Güte! Das war eine sonderbare Reise! Nachdem ich The Wolverine (Weg des Kriegers) beendete, wollte ich einen Detektiv-Film mit Christian Bale Namens The Deep Blue Good-By machen. Ich befand mich in den letzten zwei Jahren im Marvel-Modus und ich wollte da wirklich herausbrechen. 14 Tage vor den Dreharbeiten zog Christian sich einen Kreuzbandriss zu und konnte nicht drehen, also wurde der Film gecancelt. Das war ein dunkler Film mit einer Reise zum Abgrund. Ich war so mitgenommen davon, dass der Film nicht zustande kam, dass ich sehr viel von diesem Film in Logan gesteckt habe.“

2. Die Schwarz-Weiß Fassung könnte noch kommen! wird kommen!

„Ich habe mit noch keinem von Fox darüber gesprochen, aber ich werde sehr oft deswegen gefragt. Es könnte ganz interessant werden, wer weiß? In gewisser Weise bin ich immer ziemlich überrascht, wenn die Leute eine Schwarz-Weiß Version brauchen, obwohl sie doch einen Farbschalter auf ihren Fernsehern haben.“

Während wir diesen Beitrag verfassten, kam die Meldung rein, dass in der Tat eine Black & White Version des Films auf dem Heimkino-Release enthalten sein soll!

3. Der Tod bestimmter Hauptcharaktere war immer im Skript.

„Es war alles in der ursprünglichen Fassung. Ich hatte das Gefühl, dass es kein Ende wäre, wenn man es nicht so enden ließe. In Wolverines Fall, einem Typen, der eine sehr lange Zeit lebt, sollte die Erschöpfung eine seiner Eigenschaften sein. Ich hatte das Gefühl, die Möglichkeit zu haben seinen Tod tatsächlich wie eine Ruhe darzustellen: In gewisser Weise wird er von dieser verschmutzten Welt befreit.“

4. Die letzte Einstellung wurde von einem Comic-Cover der 80er Jahre inspiriert.

Es gibt da eine Fabelhafte Zeichnung auf einem Cover eines alten X-Men Comics mit Wolverine, der beinahe wie Jesus an ein X genagelt wurde. Natürlich kann ich mir das verschmezlen des Kreuzes und des X nicht anschreiben – ich bin ein Filmemacher, also wollte ich es ohne Worte machen.
Diese Geste soll ein Abschied sein und ich denke, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt genug Worte verwendet hatten.“

5. Wir sollten keine Filme für die dümmsten unter uns machen.

„Ich denke, dass interessantere Interpretationen bei Filmen mit weniger Informationen zustande kommen. In den meisten modernen Filmen haben wir erfolgreich den Gebrauch von Allegorien, Metaphern, Bedeutungen oder poetischen Bedeutungen einer Szenerie getötet, da man kaum noch eine Szene schauen kann, ohne, dass ein Kommentar aufkommt.
Es gibt keine Totale mehr, ohne jemanden, der dabei in sein Handy tippt und seinem Mitmenschen mitteilen muss, wo er ist.
Wir können kein Bild sacken lassen, aus Angst davor, dass einer der Zuschauer es nicht lassen kann, auf sein Handy zu gucken.
Wir sollten keine Filme für die dümmsten unter uns machen!
Da gibt es einen Moment [als Filmemacher] wo man sich denkt ‚Was will ich sagen?‘ Und es geht nicht nur um Gewalt oder darum, ob ich dem Kanon der Comics widersprochen habe. Es gibt da größere Probleme – was sage ich über das Leben? Und will ich wirklich Leuten dabei helfen, ignorant und dumm zu bleiben? Trage ich etwas zu dem Problem bei?“

6. Logans größe Angst ist die Liebe.

„Als ich zunächst vor einer leeren Seite saß, stellte ich mir als erstes die Frage, wovor Logan eigentlich Angst hat? Denn es ist definitiv nicht der Schurke, oder das Ende der Welt oder der Tod. Also was könnte es sein? Und da kam es mir – er hat am meisten Angst vor der Liebe. Also kam mir der Gedanke, dass er die reinste Form der Liebe von sich stoßen würde: Familie.“

7. Beim Abendessen wäre es fast um Jean Grey gegangen.

„Ich schrieb verschiedene Gespräche für diese Dinner-Szene und eine davon war ziemlich düsterer.
Mrs. Munson fragt dort Logan, ob er verheiratet sei und Charles antwortet, dass er es war, sie jedoch umbrachte.
Natürlich war er nicht wirklich mit ihr verheiratet, aber was daraus entspringt lässt Charles etwas poetisch über Jean Grey werden und das war ein echt coolr Moment. Beide, Hugh und Patrick, waren umwerfend! Das Problem war nur, dass ich da eine unglaublich kraftvolle Störung des einzigen ruhigen Moments im Film geschaffen hatte. Selbst ich, mit meinem Geschmack für das düstere, fand, dass es ein wenig zu viel sei. Denn alles geht danach relativ schnell den Bach runter.
Ich denke, diese Szene wird auf Blu-ray erscheinen.“

8. Comic-Kanon ist kein Evangelium.

„Ich sah es nicht als wichtig an, dem Kanon zu widersprechen. Ich sah es nicht als wichtig an, mich ihm zu unterwerfen. Es gibt da einen Impuls von Fans der Comics, diese genau so als Film umzusetzen.
Ich sage das mit einer ungeheuren Menge an Respekt zu denen, die so denken, aber es ist keine Durchführbarkeit, für diesen Traum.
Zunächst: Die Comics widersprechen sich immer wieder selbst. Die Autoren der Hefte haben die Universen von Marvel und DC oft umgestaltet. Spiegel-Welten, Wiederkünfte, neue Generationen – die setzen das immer wieder zurück.
Und selbst, wenn dem nicht so wäre: Es kommen neue Künstler und einige Charaktere verschwinden in den Schatten oder werden komplett vergessen.

Ich denke, die Fans wollen tolle Filme. Sie wollen anspruchsvolle Filme! Sie wollen Filme, die sich nicht wie Product-Placement anfühlen oder die nur da sind, um Merchandise oder den nächsten Film zu verkaufen.
Wenn ihr von der Qualität der Comic-Filme enttäuscht seid, dann solltet ihr den Filmemachern etwas mehr Freiheiten einräumen.“

 

9. Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen Logan und Johnny Cash

„Ich denke, dass man eine Vielzahl an Gemeinsamkeiten zwischen Logan und Johnny Cash finden kann, wenn es um den Nihilismus geht.
Einige Wochen bevor Johnny Cash verstarb, fragte ich ihn nach seinem Lieblingsfilm und er sagte mir, dass es Frankenstein von James Whale sei.
Er war 9 Jahre alt, als er es sah. Jeder im Kinosaal war von dem Monster verängstigt, doch irgendwie konnte er sich mit ihm identifizieren.
Ich erinnere mich daran, wie John mir davon erzählte. Es war ziemlich bewegend: Das Gefühl eines Jungen, der Frankenstein mag, der aus „schlechten“ Teilen geschaffen wurde.
Ich denke Logan, dass Logan mit einem ähnlichen Gefühl lebt und denkt, ein Monster zu sein – ein liebevoller Mann in einem verfluchten Körper.“

10.  Die Zukunft des X-Men Franchises steht noch offen.

„Ich gab ihnen einige Sicherheitsventile. Logan spielt in 2029 und X-Men Apocalypse [er meinte wohl eher X-Men: Zukunft ist Vergangenheit] endet 2024. Es gibt da eine Leere von 5 Jahren, die zeigen könnte, wie die Dinge sich so verändern konnten. Was man auch machen könnte und was ich empfehlen würde: Man erschafft eine neue, andere Welt und macht einen neuen Film – so muss man sich nicht an den anderen Filmen festlegen.“

 

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