Falls das nicht offensichtlich sein sollte: Es folgen Spoiler zur fünften Staffel von Agents of S.H.I.E.L.D.

 

Agents of S.H.I.E.L.D. hat durch die aktuellen Folgen „neues“ Licht auf einen gewissen Teil des MCU geworfen und die Geschichte somit ein wenig umgeschrieben.
In den letzten beiden Folgen wurde enthüllt, dass die letzten Überreste von Hydra im Geheimen mit einer Alien-Konföderation zusammen gearbeitet haben – einer Gruppe, die versprach, die Erde vor einer ganz speziellen Bedrohung zu beschützen. Und in der Folge „The One Who Will Save Us All“ wurde diese Bedrohung auch mit Namen genannt: Thanos!

Es ist schon lange her, dass Agents of S.H.I.E.L.D. eine direkte Verbindung zu den Filmen hatte. 2015 hatten wir mehrere Tie-Ins zu Age of Ultron – danach wurden diese Verbindungen jedoch eher thematisch. Als Doctor Strange die Magie ins MCU einführte, wurde bei Agents S.H.I.E.L.D. der neue Ghost Rider eingeführt, welcher ebenfalls das magische und mystische in die Serie brachte.
Nun wurde jedoch klar, dass jedes Ereignis aus Staffel 5 auf den Tag hinauslief, an dem Thanos die Erde angreift.

Doch es hört nicht damit auf: Es verändert einen Teil der MCU Geschichte. Denn dies bestätigt uns, dass Hydra schon seit 2012 wusste, dass Thanos kommen wird, wodurch Hydras Handlungen in der früheren Geschichte mit anderen Motivationen zu begutachten sind. Sei es nun Projekt Insight aus Captain America: The Winter Soldier oder der Hydra-Jagd nach Begabten/Inhumans – diese kleine Information bewirkt so einiges.

Das eröffnet jedoch auch eine wichtige Frage: Wie viel wusste Hydra über Thanos?
Nach dem zweiten Weltkrieg und dank Projekt Paperclip konnte Hydra sich innerhalb von S.H.I.E.L.D. neuerfinden. Es wurden Regierungen, Firmen, andere Spionageabteilungen und viel viel mehr unterwandert, um die Menschheit dahingehend zu beeinflussen, dass sie willentlich ihre „Freiheit“ aufgeben würden – das änderte sich nach der Schlacht von New York. Neben Lokis Szepter konnte weitere Alien-Technologie entwendet werden, wie etwa einem Kommunikations- und Teleportgerät, welches Hydra reparieren konnte und so in Kontakt mit der „Konföderation“ treten konnte.

Die Konföderation ist eher ein loser Verbund von Alien-Rassen und Geschäfts-Ringen, wie der Kree-Familie Kasius. Die Konföderation besteht schon seit einigen Tausend Jahren und ist besonders geübt darin, andere zu manipulieren – so fanden sie in der Erde einen Planeten, der von Thanos ins Visier genommen wurde/wird. Sie wussten nach dem Angriff auf New York (Avengers 1), dass Thanos irgendwann zurückkehren würde und nutzten diese Bedrohung, um Hydra zu manipulieren.
Sie schlugen einen Deal vor: Die Erde vor Thanos zu beschützen. Im Gegenzug dazu sollten sie die wertvollsten Ressourcen der Erde bekommen, wie „talentierte“ Wesen (Inhumans oder Experimente wie Scarlet Witch und Quicksilver).
Hier ist jedoch wichtig anzumerken, dass die Konföderation nie wirklich beabsichtigte, die Erde zu unterstützen. Sie wussten von Anfang an, dass sie Thanos nicht aufhalten könnten und wollten daher einfach den Planeten leer räumen, bevor Thanos ihn aufs Korn nehmen konnte.

 

Hydra selbst besteht als mehreren Zellen und die einzelnen Anführer dieser Zellen reden nicht unbedingt immer miteinander bzw. teilen solche Informationen nicht miteinander. In Staffel 2 von AoS erfuhren wir z.B., dass die Anführer sich teilweise sogar feindselig gegenüber stehen, um ihre eigenen Pläne zu verfolgen.
Die Nachricht von Thanos ereilte also nicht jeden Hydra-Anhänger, aber es ist durchaus möglich, dass einige Schlüsselfiguren um General Hale (eine Hydra-Anführerin aus Staffel 5) herum darin eingeweiht war – es wäre also logisch, dass Daniel Whitehall und Baron von Strucker involviert waren.

 

Das ganze führt uns auch zum nächsten Punkt: Dem wahren Grund für Project Insight.
Hydra waren die einzigen Erdlinge, die wussten, dass Thanos vor der Haustür steht. In den letzten Jahrzehnten konnte Hydra sich ausbreiten und es machte sich bezahlt, doch nun lief die Zeit davon und man musste die Welt so schnell wie möglich auf eine Alien-Invasion vorbereiten.
Hydras damalige Lösung war offensichtlich: Sich erheben, die Welt vereinen und die Welt auf Thanos Ankunft vorbereitet. Dieses neue Motiv erklärt auch, warum es 2014 so unfassbar wichtig war, um „aus den Schatten zu treten“ – sie hatten einfach nicht genug Zeit, um noch weiter zu warten.

Projekt Insight entstand kurz nach Marvel’s The Avengers – Tony Stark sah sich die S.H.I.E.L.D.-Helicarrier an und gab persönliche Verbesserungsvorschläge, was für Hydra Potenzial viel Potenzial barg. S.H.I.E.L.D. wurde dahingehend manipuliert, ein kontroverses Programm zu starten, welches 3 Helicarrier in die Atmosphäre schicken sollte. Hydras Plan war hier, durch einen gezielten Algorithmus jede potenzielle Gefahr ihrer Organisation auszuschalten. Wäre Projekt Insight erfolgreich gewesen, wäre jeder Widerstand von Hydra zerstört geworden und sie hätten tatsächlich die Welt übernehmen können.

Die Schlüsselfiguren waren hier Alexander Pierce und Gideon Malick, welcher das Unterfangen als Mitglied des Weltsicherheitsrats unterstützte. Malick schien nichts von der Thanos Bedrohung zu wissen und war mehr an der Inhuman Legende von Hive und Maveth besessen (oder vlt sah er darin auch die Rettung der Erde), jedoch wusste Pierce vermutlich bescheid. Am Ende schlug das Projekt jedoch fehl und Pierce wurde getötet.

 

Diese Thanos-Info wirft aber auch auch ein anderes Licht auf andere Teile des MCU: Es lässt vermuten, dass Baron von Strucker nicht nur mit Lokis Szepter herumexperimentierte, um „verbesserte“ Anhänger für Hydra zu schaffen – er versuchte Krieger zu erschaffen, die im Kampf gegen Thanos an vorderster Front kämpfen könnten.
Und wenn wir Infinity War genauer betrachten, hatte er damit auch Erfolg.
Auch wenn Quicksilver im Kampf gegen Ultron starb, wurde Scarlet Witch eine der mächtigsten Avengers – während der Schlacht von Wakanda konnte sie sogar Thanos, der 5 Infinity Steine besaß aufhalten und zeitgleich einen Infinity Stein zerstören. Strucker erschuf einen Avenger, der vermutlich nur von Thor übertroffen wird (bis wir auf Captain Marvel treffen), welcher sogar fast das Universum gerettet hätte, wäre da nicht der Zeitstein.

Nach der zweiten Staffel von Agents of S.H.I.E.L.D. wurde das Terrigen auf die Erde entfesselt, wodurch jeder, der das Inhuman Gen in sich trägt und in Berührung damit kommt, sich spontan zum Inhuman „entwickelt“. Die Regierung der USA bildete daraufhin die Behörde „ATCU“, welche sich um solche Inhuman Vorfälle in der ganzen Welt kümmern sollte. Doch natürlich wurde die ATCU schnell von Hydra unterwandert, um so viele Inhumans wie möglich zu fangen. Auch wenn Gideon Malick diese Inhumans für Hive sammelte, hatten andere Hydra Anführer ganz andere Ideen, denn in Staffel 5 wurde enthüllt, dass die Konföderation ihre Hilfe im Tausch gegen die Inhumans anbot.

Auf den ersten Blick scheint es sich bei dieser kleinen Erwähnung von Thanos wirklich nur um bloßes „Namen herumwerfen“ zu handeln – einer simplen Methode, um irgendwie Infinity War in die Staffel 5 von AoS mit einzubeziehen. Aber wenn man sich das alles genauer ansieht, dann steckt da mehr dahinter. Es wirft ein ganz anderes Licht auf bestimmte Ereignisse (Hydra wollte in Ant-Man auch die Yellowjackets und die Pym-Partikel kaufen – um sie im Kampf gegen Thanos einzusetzen?) und platziert Thanos so noch weiter ins „Herz“ des bisherigen MCU und offenbart, dass er mehr beeinflusst hat, als wir zu Beginn überhaupt dachten.

Marvels ursprünglicher Marketing-Spruch „It’s all connected“ ergibt zumindest hier wieder Sinn!

 

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