Story: 

Nick Morton (Tom Cruise) ist dabei, als im Nahen Osten aus der Wüste ein mysteriöser Sarkophag geborgen wird. Er beherbergt die Mumie der Prinzessin Ahmanet (Sofia Boutella), die vor Jahrhunderten unter den Sandmassen begraben wurde – ohne die Absicht, ihre Gruft je wieder zu öffnen.

Durch die Befreiung aus ihrem Grab entfesseln die Menschen jedoch eine Macht, der sie nicht gewachsen sind. Ahmanet erwacht zu neuem Leben und entfesselt ihre ganze Zerstörungswut, wobei ihre Bosheit und ihre Rachegedanken sie bis nach London führen. Dr. Henry Jekyll (Russell Crowe) prophezeit Nick und seinen Mitstreitern (u.a. Annabelle Wallis, Jake Johnson) daraufhin eine neue Welt der Götter und Monster.

Kritik:

Vor ein paar Wochen hat Universal Pictures das Dark Universe angekündigt. Ein Universum, in dem die alten Monster Movies von damals in neuem Glanz auf die Leinwand zurückkehren sollen. Dabei wird der 2014 erschienende “Dracula Untold“ allerdings ignoriert. Den Anfang macht die Neuauflage von “die Mumie“, unter der Regie von Alex Kurtzman. Als Hauptdarsteller konnte man zudem mit Tom Cruise einen der größten Stars in Hollywood verpflichten.

Es ist ein durchaus ambitioniertes Projekt, welches Universal Pictures mit dem Dark Universe angeht, immerhin sind schon mehrere Fortsetzungen geplant und auch der Cast ist zum größten Teil schon verpflichtet worden. Dabei ist vor allem ein finanzieller Erfolg für “The Mummy“ entscheidend. Eins ist klar, Alex Kurtzman’s Version geht einen komplett anderen Weg, als die Stephen Sommers Filme Ende der 90er. Für Das Drehbuch sind Christopher McQuarrie und David Koepp verantwortlich. Das man hier kein bahnbrechende, innovative Story erwarten sollte, dürfte klar sein, offenbar haben sich das McQuarrie und Koepp auch gedacht. Ein Mumie wird gefunden. Die Mumie sorgt für Terror. Die Mumie muss besiegt werden. Im Hintergrund agiert jedoch eine mysteriöse geheime Organisation namens Prodigium unter der Leitung von Dr. Henry Jekyll, gespielt von Russell Crowe.

“Die Mumie“ wird sicherlich einige überraschen, so wird der Zuschauer ziemlich früh merken, dass ein recht humorvoller Ton getroffen wird. Der Film nimmt sich nicht allzu ernst, die Gefahr ist vor allem den beiden Dieben Nick (Cruise) und Vail (Jake Johnson) zu Beginn nicht bewusst. Stellen wir uns also erstmal die Frage, wie sich die Darsteller schlagen. Allen voran natürlich Tom Cruise, der zweifellos einer der größten Stars in Hollywood ist, auch wenn er durch seine private Vergangenheit von vielen gehasst wird. Cruise ist einer der wenigen, der immer 100 Prozent gibt und trotz seiner mittlerweile fast 55 Jahre immer noch alle seine Stunts selber macht. Und das Reboot macht dabei auch ohne jeden Zweifel klar, dass er das Aushängeschild des Films ist. Es ist eine durchaus ungewöhnliche Rolle für Cruise, da er hier zwar einmal mehr einen arroganten, dafür aber auch sehr witzigen Charakter spielt. Die Chemie mit Jake Johnson ist zu Beginn gelungen und auch die “komplizierte“ Beziehung zu Annabelle Wallis funktioniert. Russell Crowe spielt die Rolle als geheimnisvoller Dr. Jekyll mit einem leichten Drang zum Overacting, was zu Beginn noch ganz nett ist, irgendwann aber zu sehr ins seltsame abdriftet. Der große Pluspunkt von “The Mummy“ ist ohne wenn und aber die Action. Eine der besten Actionsequenzen bekommt der Zuschauer dabei schon relativ zu Beginn des Films zu sehen, als das Flugzeug mit dem Sarkophag abstürzt. Die Szene wurde mit einem echten Flugzeug in Frankreich gedreht, bei dem die Darsteller in Zero Gravity das Gefühl bekamen, wie sich echte Schwerelosigkeit anfühlt. Die Szene ist in jeder Hinsicht großartig und macht Lust auf mehr. Leider sind die restlichen Action-Szenen längst nicht mehr so spektakulär, auch wenn sie unterm Strich noch unterhalten können.

All das ist aber nicht so signifikant schlimm, wäre da nicht ein großes Problem, vermutlich das größte. Das Drehbuch. “The Mummy“ ist der Beginn eines großen Universums, das merkt man mit zunehmender Laufzeit immer deutlicher, es wird viel erklärt, viele Szenen wirken erzwungen und leider entwickeln sich die Charaktere, mit Ausnahme von Cruise, überhaupt nicht weiter. Ganz besonders hart trifft es Jake Johnson und Annabelle Wallis. Auf beide kann man praktisch verzichten und Russell Crowe verkommt zum Erklärbär. Und wie schlägt sich die titelgebende Mumie selbst ? Gespielt wird sie von Sofia Boutella. Prinzessin Ahmanet kommt in ihrem eigenen Film leider viel zu kurz. Das fängt schon mit der Anfangssequenz an, in der ihre Vorgeschichte erzählt wird. Das ist so generisch, so ermüdend und so ungruselig. Ein weiterer Punkt. Regisseur Alex Kurtzman (“The Mummy“ ist sein Debüt als Regisseur) versprach, dass der Film die Zuschauer zum gruseln bringen würde. Ein Horrorfilm wurde versprochen. Was man hier aber im Endprodukt serviert bekommt sind vorhersehbare Jump Scares und völlig langweilige Untote, die Ahmanet zur Seite stehen. Es ist fast schon enttäuschend, wie hier das Potential verschenkt wird. Boutella ist bemüht, bekommt aber zu keinem Zeitpunkt eine Chance wirklich zu glänzen. Der einzige, der in der letzten halbe Stunde diesen Film noch halbwegs am Leben hält, ist Tom Cruise. Nein, “The Mummy“ wird definitiv nicht in die Geschichte eingehen, als einer der besten Cruise Filme, im Gegenteil. Macht das Reboot in der ersten halben Stunde noch vieles richtig, verliert man sich immer mehr in Erklärungen wie was funktioniert und wer welche Rolle einnimmt und wer wen töten will. Es steht außer Frage, dass das Dark Universe Potential hat. Aber Schauspieler wie Tom Cruise, Russell Crowe, Javier Bardem oder Johnny Depp brauchen am Ende des Tages einfach auch ein gutes Drehbuch beziehungsweise vernünftige Dialoge. Und das ist hier nicht gegeben. Die Action macht Spaß, die Effekte sind ordentlich und auch der Soundtrack von Brian Tyler ist atmosphärisch. Tom Cruise ist bemüht hier stets sein bestes zu geben, was leider nicht immer gelingt. Der finale Showdown ist zudem eine riesen Enttäuschung.

Am Ende ist eins klar. Nach “The Mummy“ soll noch lange nicht Schluss sein. Es werden die Weichen für die kommenden Filme gelegt. Wirklich Vorfreude kommt da aber leider nicht auf, nachdem man aus dem Kino rausgeht.

Ein Appell an Universal Pictures. Holt euch vernünftige Drehbuchautoren, die eine eindeutige Version haben und sich nicht verzetteln und irgendwann den Überblick verlieren, ins Boot. Vielleicht wird “Bride of Frankenstein“, das nächste Kapitel im Dark Universe 2019, dann auch eine bessere Performance abliefern.