Story:

Live by Night beginnt im Boston des Jahres 1926: Obwohl durch die Prohibition Alkohol verboten ist, fließt der Schnaps noch immer in Strömen. Dies liegt vor allem an den geheimen Brauereien, Schmugglern und Gangstern, welche die Stadt weiterhin versorgen und entweder schnellen Reichtum oder einen vorzeitigen Tod finden. Mitten unter ihnen ist Joe Coughlin, der Sohn eines renommierten Polizei-Captains. Joe wendet seiner strengen Erziehung jedoch schon lange den Rücken zu und widmete sein Leben der Kriminalität.

Bei seinem Aufstieg vom einfachen Gauner zum bekanntesten Rum-Schmuggler in der Organisation des mächtigsten Gangsters der Stadt, kann er niemandem vertrauen. Je weiter er die Karriereleiter empor klimmt, desto auschweifender und glamouröser wird sein Lebensstil – desto größer wird aber auch die Gefahr durch jene, welche selbst seinen Platz einnehmen wollen. Seine Reise führt ihn aus den Jazz Clubs von Boston über die Häfen von Florida bis nach Kuba, immer einen Schritt vom Abrund entfernt.

Kritik:

Ben Affleck bisherige Regiearbeiten kann man wohl als vollen Erfolg bezeichnen. Sowohl sein Debüt “Gone Baby Gone“, “The Town“ und zuletzt “Argo“ kamen beim Publikum und bei Kritikern sehr gut an. Zudem schrieb er auch, mit Ausnahme von “Argo“, zu seinen Werken das Drehbuch. Mit “Live by Night“ wollte Affleck nun an diese Erfolge anknüpfen. Allerdings ist das, zumindest in den USA, ziemlich in die Hose gegangen. Der Film hat am ersten Wochenende gerade mal 5 Millionen Dollar eingespielt und das bei Produktionskosten von satten 90 Millionen Dollar. Afflecks bislang teuerster Film und gleichzeitig sein größter Flop. Nicht viel besser sieht es bei den Kritiken aus. Bei Rotten Tomatoes kommt der Film auf erschreckende 34 % und bei Metacritic auf einen Score von 49. Und auch wir können leider nicht sagen, dass “Live by Night“ ein guter Film ist. Aber auch kein schlechter. Der Film beginnt temporeich und mit einer sehr starken Actionsequenz. Doch nach und nach zieht Affleck immer stärker an der Spannungshandbremse. Das wäre ja grundsätzlich kein großes Problem, aber nach circa 20 starken Minuten, in denen vor allem Brendan Gleeson als Afflecks Vater glänzt, verliert sich der Film in einer uninteressanten, spannungsarmen Geschichte. Affleck kann sich nicht entscheiden, was sein Film genau sein will. Und so plätschert die nächste Stunde vor sich hin, ohne wirklich zu begeistern. Um eins klar zustellen: “Live by Night“ sieht unglaublich gut aus. Die Effekte, die Settings, die Details, die Kostüme, die Bilder, die Affleck auf die Leinwand projiziert, sind wirklich wunderschön. Auch soundtechnisch ist seine vierte Regiearbeit einwandfrei. Problematisch wird es wiederum mit den Charaktern. Die stärkste Performance liefert zweifellos Brendan Gleeson ab, jedoch hat dieser zu wenig Screentime. Ben Afflecks Charakter ist solide. Seine Motivation ist klar, Affleck ist eben kein Mann der großen Mimik und Gestiken, das wird dem Film des öfteren zum Verhängnis. Noch viel problematischer ist Zoe Saldanas Charakter. Völlig uninteressant und blass gespielt. Ob’s an Saldana liegt oder an Drehbuch, ist fraglich an der Stelle. Punkten kann der Film zum Ende hin mit seinem stark inszenierten Finale, jedoch ist die Laufzeit mit 130 Minuten definitiv zu lang. Und am Ende bleibt der Eindruck, dass hier so viel mehr drin gewesen wäre. Vielleicht hat sich Ben Affleck auch einfach übernommen. Regie, Drehbuch, Produzent und Hauptdarsteller, das war wohl alles ein bisschen zu viel.

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