Gestern hatte ich die Gelegenheit “Star Wars: The Last Jedi“ vorab zu sehen. Hier gibt es nun meine Kritik dazu. Wie immer gilt natürlich, sich letztendlich selbst ein Bild zu machen. Ins Kino wird hier wahrscheinlich eh jeder gehen!

 

“Star Wars: The Last Jedi“ ist kein Film für zwischendurch. Rian Johnson gibt hier nämlich 150 Minuten Vollgas. Nie wurde man in einem Star Wars Film von so vielen Eindrücken erschlagen, wie in Episode 8. Dabei merkt man Johnson an, dass er sehr viele Ideen hatte und einiges riskieren wollte, was grundsätzlich sehr löblich ist, leider Gottes hier aber auch so seine Probleme mit sich bringt.

Erstmal möchte ich sagen, dass “The Last Jedi“ im Kern ein sehr guter Blockbuster ist, die Action ist großartig inszeniert und sieht (meistens) auch großartig aus. Die Geschichte fesselt und die Charaktere, die wir in Episode 7 kennen gelernt haben, entwickeln sich zufriedenstellend weiter. Über allem schwebt aber ein großes Problem. “The Last Jedi“ ist leider komplett überladen. In den 150 Minuten passieren so viele Dinge, dass man streckenweise den Überblick verliert und leider wirkt einiges dabei überflüssig. Grundsätzlich sind die alten Charaktere immer noch super. Kylo Ren und Rey sind das Highlight des Films und man muss einfach ein großes Lob an Adam Driver und Daisy Ridley aussprechen. Sie sind der klare Mittelpunkt in der neuen Trilogie und zweifellos die Hauptcharaktere, mit denen man am meisten mitfiebert.
John Boyega rückt etwas in den Hintergrund, bekommt weniger zu tun und leider muss man sagen, dass sein Charakter keine interessante Weiterentwicklung durchmacht, wie Kylo Ren und Rey. Oscar Isaac hat ähnlich viel zu tun wie in Episode 7, ich mag Isaac einfach und er macht hier einen grundsoliden Job. Mark Hamill ist großartig, auch wenn man in manchen Momenten merkt, dass er nicht der beste Schauspieler ist. Aber Luke Skywalker ist nun mal das große Mysterium und auch nach 40 Jahren liebt man ihn immer noch. Einen großen Sprung hat hier Carrie Fisher gemacht. In Episode 7 wirkte sie so ein bisschen wie ein Fremdkörper, in “The Last Jedi“ liefert Fisher aber ab und man hat als Zuschauer am Ende eine kleine Träne im Auge, wenn man daran denkt, dass Fisher einfach viel zu früh verstarb. Auf der dunklen Seite darf unter anderem General Hux mehr von sich zeigen, was mir gut gefallen hat, er harmoniert bzw disharmoniert mit Kylo Ren einfach wunderbar. Der mysteriöse Supreme Leader Snoke bekommt zum Glück auch mehr zu tun als in Episode 7, dennoch muss ich sagen, dass sein Potential irgendwie nicht ausgeschöpft wird. Er sieht cool aus, Andy Serkis gibt sich Mühe, aber es blieb doch recht wenig hängen. Große Enttäuschungen waren Captain Phasma und Maz Kanata. Zwei Charaktere, die praktisch nichts zu tun bekommen und die man leider auch überhaupt nicht vermisst. Die neu eingeführten Charaktere hinterließen bei mir irgendwie einen faden Beigeschmack. Da hat man Schauspieler wie Laura Dern und Benicio del Toro, ihre Charaktere sind jedoch relativ obsolet und bleiben blass. Im allgemeinen muss man festhalten, dass es in “The Last Jedi“ einfach viel zu viele Charaktere gibt. Hätte man sich auf die altbekannten limitiert, hätte das völlig gereicht, meiner Meinung nach. Was mich auch gestört hat, ist, dass man sich dramaturgisch im finalen Schritt einfach zu wenig getraut hat. Man merkt Rian Johnson an, dass er viele Ideen hatte, einige wurden clever und sinnvoll umgesetzt, bei anderen hat mir die Auflösung eher weniger gefallen. Es gab einige Momente, in denen ich Gänsehaut hatte, aber auch Momente, in denen ich mit dem Kopf geschüttelt habe. Was mir überhaupt nicht gefallen hat, war der Part, in dem Finn und Rose auf den, ich nenne ihn mal, Casino Planeten fliegen. Hier fühlte ich mich leider sogar an die Prequels erinnert, leider, weil man hier schon einen leichten CGI Overkill hat und das CGI einfach nicht sonderlich gut ist. Überhaupt wirkt der Teil überflüssig und bietet auch in dramaturgischer Hinsicht wenig.
Auf der anderen Seite gibt es dann auch wieder absolut spektakuläre Bilder, für die sich der Gang ins Kino lohnt. Von dem Casino Planeten Teil mal abgesehen, gibt es aus technischer Sicht von meiner Seite aus nichts zu meckern. Der Score von John Williams ist gut, aber bei weitem nicht so ikonisch wie in der alten Trilogie. Humor wird auch immer wieder Mal eingestreut, der funktioniert meistens auch, manchmal war’s aber etwas zu viel des guten. Das große Finale fährt dann nochmal alle Geschützte auf, eine emotionale Achterbahnfahrt, die definitiv im Kopf bleibt. Für ein finales Fazit ist es noch zu früh, wo der Film sich letztendlich einordnen wird, wird sich nach der zweiten beziehungsweise dritten Sichtung zeigen. An die Original Trilogie kommt “The Last Jedi“ allerdings nicht ran! In der Summe bedeutet das aber nicht, dass mir der Film nicht gefallen hat. Rian Johnson hat hier einen sehr schweren Job gehabt, dass er nicht alle zufriedenstellen kann, ist klar. Insgesamt kann man aber mit dem Werk zufrieden sein, auch wenn noch Luft nach oben ist.

 

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