Story:

Ein paar jugendliche Mädchen werden nach dem Einkaufen auf dem Supermarktparkplatz von einem mysteriösen Mann entführt und in seinen Keller gesperrt. Sie können sich nicht erklären, was Kevin (James McAvoy) von ihnen will, merken aber schnell, dass mit ihrem Entführer etwas nicht stimmt. Denn Kevin ist nicht immer Kevin. Ihr Entführer leidet an einer gespaltenen Persönlichkeit. Nicht weniger als 23 Identitäten haben sich in Kevins Kopf eingenistet, wobei manche – wie eine Frau oder ein 9-jähriger Junge – harmloser sind als andere. Kann es den Mädchen gelingen, die Identitäten gegeneinander auszuspielen und zu entkommen? Und ist Kevin wirklich nur ein Mensch?

Kritik:

M.Night Shyamalan ist ein Phänomen. Zu Beginn seiner Karriere feierte er mit Werken wie “Sixth Sense“ und “Signs“ große Erfolge und kam sowohl beim Publikum als auch bei Kritikern positiv an. Aber bereits mit “The Village“ im Jahr 2004 begann langsam aber sicher der qualitative Zerfall von Shyamalan, der 2008 mit “The Happening“ seinen Tiefpunkt erreichte. Legendär, als Mark Wahlberg mit einer Plastikpflanze gesprochen hat! Jedoch feierte das ehemalige Ausnahmetalent mit “The Visit“ und der TV Serie “Wayward Pines“ 2015 ein kleines Comeback. Mit “Split“ will er nun endgültig allen zeigen, dass er es immer noch kann. Shyamalan begann mit dem ersten Entwurf des Scripts bereits vor 15 (!) Jahren. Man kann dem 46 jährigen also nicht vorwerfen, dass er sein Herzblut nicht in diesen Film reingesteckt hat. Als Hauptdarsteller holte er sich James McAvoy ins Boot, dazu noch die talentierte Jungschauspielerin Anya Taylor-Joy (The Witch).

“Split“ ist ein großartiger Psychothriller geworden! Wer dachte, dass Shyamalan’s Wahnsinn bereits eine Grenze erreicht habe, wird hier eines besseren belehrt. “Split“ ist ein hochspannender, intensiver Film, der in fast jeder Hinsicht überzeugen kann. Das liegt zum einen an der starken Regie von Shyamalan selbst. Jeder Schnitt, jede Kamerafahrt, jede Spielerei ist durchdacht und clever umgesetzt. Dadurch wird das Filmerlebnis noch intensiver. Aber in erster Linie lebt der Film von der fantastischen Performance von James McAvoy. Sein Charakter hat insgesamt 23 Persönlichkeiten – jede ein eigenes Individuum – und McAvoy spielt jede Einzelne mit Bravour. Sei es ein 9-jähriger Junge, der gerne Kanye West Musik hört, eine Frau, ein Psychopath, mit der Vorliebe jungen Frauen beim Tanzen zuzuschauen oder ein männliches Model. Man kauft dem “X-Men“ Star jede einzelne Rolle ab, dabei bietet der Film auch einige witzige Momente. Manchmal mehr, manchmal weniger gewollt, aber wenn James McAvoy zu Kayne West Musik tanzt, muss man einfach grinsen. Auf der Gegenseite ist Shooting Star Anya Taylor-Joy. Sie spielt das gefangene Mädchen, dass zusammen mit ihren Freundinnen aus der Hölle entkommen muss, absolut großartig. Joy steht zweifelsohne eine ziemlich große Karriere bevor. Ebenfalls eine gute Performance liefert Betty Buckley als besorgte Psychologin von Kevin ab. Auch wenn das Finale hochspannend ist, geht es locker 5 Minuten zu lange. In der Kürze liegt eben manchmal die Würze. Wie es sich für einen M. Night Shyamalan Film gehört, bedarf es natürlich auch einen Twist. Der ist in “Split“ auch mehr als gelungen, jedoch ist das absolute Highlight die Schlusspointe bzw. die letzte Einstellung des Films. Einige Filmfans werden hier mit einem extra breiten Grinsen aus dem Film gehen – Syhamalan gelingt hier ein ganz wunderbarer Seitenhieb – auf den wir an dieser Stelle natürlich nicht näher eingehen wollen!