Meine Güte, was für ein Fest es mir doch war!

Selten laufen hier Previews in den Kinos in meiner Nähe, doch am Sonntag dem 13. August war es soweit: „ATOMIC BLONDE“ lief hier im Kino! Ich war schon schwer dem Hype verfallen, als ich die ersten Kampfszenen von Charlize Theron sah und fand auch die Aufnahmen in den Trailern äußerst stilsicher!

Doch worum geht es in dem Film?

Charize Theron spielt Lorraine Broughton, eine Top-Agentin des MI6. Kurz vor dem Mauerfall wird einer ihrer Kollegen von einem KGB-Agenten erschossen und Lorraine wird damit beauftragt, einen Mikrochip aus den Händen des KGB-Agenten zurückzuholen. Der Chip beinhaltet sämtliche Informationen aller Geheimagenten weltweit. Zudem soll sie einen Doppelagenten namens „Satchel“ kalt stellen.

Vor Ort bekommt Lorraine Unterstützung von David Percival, hervorragnd abgebrannt von James McAvoy dargestellt. Was wir dann bekommen, ist ein Feuerwerk an 80er-Jahre Kult, großen Retro-Flair, der einerseits über-stylish wirkt, aber auch so bedrückend real, dass man sich als Deutscher im Kino sitzend die Frage stellt, wieso Deutschland keinen derartigen Film drehen kann.

Große CGI-Effekte scheint es nicht zu geben, aber ich bin mir sicher, dass das Berlin vor der Wiedervereinigung durchaus viel Computerarbeit benötigt hat. Andernfalls ein Hoch auf die Filmemacher.

Die Musik zwichen Bowie, George Michael und Nena ist brilliant gewählt und wirkt niemals unpassend. Mir gefiel der Einsatz und ich muss mir unbedingt nochmal die Tracklist des Soundtracks vor Augen führen. Andererseits hat das meiste vielleicht auch nur durch die Bilder des Films gut miteinander funktioniert.

Die Kampfszenen sind eine Wucht! Wir bekommen tolles Hand-to-hand-Combat geboten, ähnlich dem aus John Wick, aber was Charlize Theron hier mitmacht, ist einfach der Hammer! Scheinbar ohne Schnitte und ohne Stuntleute boxt, schlägt und killt sich Theron durch das Bild. Wie macht sie sich sonst? Grandios. Sie ist im Grunde die weibliche Antwort auf James Bond. Kühl, trinkt, raucht und es gibt hier keine romantischen Verstrickungen mit Männern.

Oh nein Leute. In diesem Film schleppt die Agentin keinen Kerl ab, sondern das “Bond-Girl“. Und was soll ich sagen? Anstatt daraus einen affektierten Kniff zu machen, kommt es echt gut rüber und wird auch schön gespielt von Theron und Sofia Boutella. Die Chemie stimmte!

McAvoy rockt als Arschloch ziemlich! Teils erinnerte ich mich an den Film „Drecksau“, aber meistens denke ich einfach, dass wir hier viel Spielfreude seinerseits sehen und ich bin echt begeistert, wie wandelbar dieser Mann ist. Er mache „Wanted“ zu meinem Action-Fight-Club-Comicbook-Movie, ist Professor X in diversen Epochen und spielt das jedes Mal anders, aber überzeugend und jetzt dieser Film.

Auch die anderen Darsteller wie Til Schweiger, der eine kleine Informanten- oder Beschaffungsrolle für Therons Charakter hat, ist angenehm zurückhalten in seinen Szenen. Diese sind zwar nur gering an der Zahl, aber Schweiger übertreibt es nicht, nur weil er in einem Hollywood-Streifen spielt.

Souverän und wie immer gut: John Goodmann. Mehr kann ich hierzu nicht sagen. Er ist einfach echt in Ordnung und zeigt mal wieder, dass er mehr ist, als der Spaßvogel der 90er !

Was macht diesen Film nun für mich so besonders?

Zunächst einmal ist es eine Comic-Verfilmung, dessen Vorlage mir gänzlich unbekannt ist. Somit war ich definitiv frei von möglichen Vorurteilen.

Ich war vielleicht auch einfach sehr von Charlize Theron beeindruckt. Die Kamera liebt diese Frau und die Wirkung der Aufnahmen ist im Kino wirklich grandios gewesen. Im Grunde war der Film auch ein Liebesbrief an seine Hauptdarstellerin, der dennoch auch die 80er zelebriert und trotzdem ein harter Agentenfilm ist, der ohne große Gadgets und wilde Schnitte auskommt.

Ihr solltet also definitiv keinen Bogen um diesen Film machen, wenn ihr mal wieder einen erfrischenden Film sehen wollt, der genauso Style wie auch Substance hat.

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