Vor einigen Wochen startete mit Westworld der Überraschungshit (okay, so überraschend war es auch nicht) des Jahres. HBO bescherte uns gemeinsam mit J.J. Abrams und Jonathan Nolan und Lisa Joy eine fesselnde Serie, die uns in eine andere Welt entführt – Westworld.

Wer der englischen Sprache mächtig und Kunde von Sky ist, der kann auch im deutschen Raum schon in den Genuss dieser Serie kommen, die wir euch wärmstens empfehlen.

Dieser Artikel hier soll sich einer Theorie rund um einen Charakter der Serie annehmen. Daher seid gewarnt: Es folgen definitiv Spoiler zu den bisherigen Folgen (Stand Folge 7).

 

Episode 7 mit dem „Trompe D’Oeil“ bescherte uns einen schockierenden Twist, als wir erfahren mussten, dass es sich bei Bernard (Jeffrey Wright), der „rechten Hand“ von Westworld Schöpfer Ford (Anthony Hopkins) nicht um einen Menschen, sondern um einen Host (also Android) handelt.

Mit dieser Enthüllung und unter Berücksichtigung anderer Hinweise und Begebenheiten der Serie klingt eine ganz bestimmte Theorie plausibler denn je: Bernard ist eine direkte „Kopie“ von Arnold, Fords mysteriöser Partner, der noch irgendwie im Park sein Unwesen treibt, obwohl er seit über 30 Jahren tot ist.

Vieles deutet daraufhin, dass Bernard in Hinsicht auf Erscheinung, Kleidung (sogar die alte Brille), Erinnerungen und Handlungen eine direkte Kopie von Arnold ist. Ford hat bewiesen, dass er ein „verrückter“ Mann ist, der alles und jeden in Westworld kontrollieren will und hat sich so einen eigenen Partner erschaffen, der auch außerhalb der Szenarien für ihn arbeitet.

Vorerst muss gesagt werden: Westworld an sich ist so komplex und teils verwirrend und ineinander verzweigt, dass es manchmal ziemlich schwer ist den Durchblick zu behalten. Also versucht einfach nicht den Faden zu verlieren!

Bernards und Arnolds persönliche Rückschläge

Westworld_Bernard_arnold_Sohn

Durch die Informationen aus der Serie wissen wir, dass Arnold, welcher gemeinsam mit Ford Westworld schuf, durch eine persönliche Tragödie beeinflusst wurde und das Interesse daran verlor , mit Menschen zu interagieren und sich daraufhin komplett auf seine Arbeit mit den Hosts konzentrierte, was letztlich in seinem „Selbstmord“ endete.

Bernard macht derzeit genau die selbe Erfahrung durch und reagiert auch genau so darauf, als sein Sohn Charlie auf tragische Weise umkommt.
In den Flashbacks bzw „Albträumen“ von Bernard, in denen er mit seinen Sohn zu sehen ist, sieht er genau so alt aus, wie zur heutigen Zeit.

Relativ früh in der Serie erfahren wir durch ein Gespräch zwischen Ford und Bernard, dass die Menschheit so weit gekommen ist, wie sie nur kommen kann und man jede Krankheit heilen kann, die es gibt, womit selbst die schwächsten Menschen überleben können.

In besagten Flashbacks, in denen wir Charlie und Bernard im Krankenhaus sehen, erkennt man außerdem, dass die gesamte Technik dort veraltet ist und rein gar nichts mit der großartigen Technologie zu tun hat, die wir in der momentanen Zeitlinie zu sehen bekommen.
Warum musste Bernards Sohn also sterben? Die Antwort darauf könnte ganz einfach sein: Charlies Tod ereignete sich vor einer sehr langen Zeit, als Arnold noch lebte und genau in dem Alter war, in dem sich Bernard nun befindet.

Außerdem befindet sich auf Bernards Nachtschrank ein Foto von ihm und seinem Sohn – Bernard ist auch hier genau so alt, wie zur heutigen Zeit.

Westworld_Bernard_Charlie_Sohn_Foto_Nachtschrank

Das bringt uns erneut zu dem Schluss, dass Charlie vor vielen Jahren gestorben ist, Bernard jedoch keinen Tag gealter ist und sich so verhält, als wäre die Tragödie gestern passiert.
Das Bild, die Erinnerungen und sein ganzes Bewusstsein gehören zum echten Arnold und wurden von Ford in den Host Bernard eingepflanzt, der sich so erneut einen Partner schaffen konnte, der sich komplett auf die Arbeit mit den Hosts konzentriert.

Ford brauchte also eine genaue Kopie von Arnold und schuf so Bernard. Da er genau so aussieht wie Arnold, denkt er auch, dass besagte Erinnerungen seine Eigenen sind.
Einen Verdacht hat er deswegen nicht (er könnte ja darauf kommen, dass er genau so alt ist, wie auf dem Foto), da die Hosts darauf programmiert sind zu verstehen, was sie verstehen dürfen und sollen, wie Ford schon einige Male bekräftigte.

Hier ergibt es also Sinn, dass es sich bei Bernard um eine direkte Kopie von Arnold handelt.

 

Der versteckte Raum – Verbindung zu Dolores

Im Haus der falschen Ford-Familie – besser gesagt darunter – haben Bernard und Theresa (Sidse Babett Knudsen) einen versteckten Raum entdeckt, der uns irgendwie bekannt vorkam.

In mehreren Folgen haben wir gesehen, wie Bernard/Arnold Gespräche mit Dolores (Evan Rachel Wood) führte. An einem Ort und einer Zeit, die wir nicht ganz festmachen konnten.

Dieser Ort (und vielleicht auch die Zeit) wurden nun als besagter geheimer Raum enthüllt.

Westworld verwirrt uns gerne und wir scheinen zumindest zwei verschiedene Zeitlinien (nun vermutlich 3) zu haben, in denen sich unsere Protagonisten bewegen. (Die genaue Erklärung würde den Rahmen sprengen, daher kurz: Was mit Dolores und William (Jimmi Simpson) passiert, geschieht in der Vergangenheit, da wir bei Wills Ankunft das alte Westworld Logo sehen konnten und bisher keine Interaktion mit Ford und Co. stattfand. In der heutigen Zeit treffen wir auf Ford, Theresa, Bernard und alle anderen Westworld Mitarbeiter und können im Park selber verfolgen, wie der Mann in Schwarz (Ed Harris) weiter nach dem „tieferen Level“ sucht und dabei auch auf Ford trifft.)

Die Gespräche zwischen „Bernard“ und Dolores fanden also in genau diesem Raum statt und nun können wir vermutlich auch die Zeit einordnen: Diese diagnostischen Sitzungen fanden statt, als Westworld eröffnete und zeigen uns Gespräche zwischen Arnold und seiner aller ersten Kreation Dolores vor 35 Jahren.

Ein Hinweis darauf kommt von Bernard selbst, der über die Einrichtung des Raumes sagt, dass es sich hierbei um eine alte Technologie handelt, die Ford und sein Partner nutzten, als der Park eröffnet wurde – diese Info hat Bernard, da er Arnolds Erinnerungen in sich trägt.
Hier übrigens im Vergleich: Dolores und Arnold in der unbekannten Location und Bernard und Theresa im geheimen Raum.

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In der Serie spricht Ford Dolores sogar auf diese Gespräche mit Arnold an und vermutet, dass sie erneut in Kontakt traten. Auf die Frage, wann ihr letztes Gespräch stattfand, antwortete Dolores „vor 34 Jahren, 42 Tagen und 7 Stunden“, an dem Tag, an dem Arnold starb.

Das Foto von „Arnold“

Erinnert euch daran, dass Ford alle Hosts so programmiert hat, dass sie nicht sehen können, was ihnen möglicherweise Schaden könnte. Deswegen sagen die Hosts oft zu Bildern aus unserer Welt „Sieht für mich nach nichts aus“ oder ähnliche Dinge. Außerdem ruft euch ins Gedächtnis, wie verwirrt Bernard war, als er herausfand, dass er selbst ein Host ist.

In der frühen Phase der Serie redet Ford mit Bernard über Arnold und zeigt ihm ein Foto, das er sich ansehen soll.
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Es wird uns suggeriert, dass es sich hierbei um ein altes Foto des jüngeren Ford und Arnold handelt.
Bernard selbst scheint zu denken, dass dieser Mann Arnold ist, denn als er in Fords geheimes „fake Familienhaus“ platzt, erkennt er den Familienvater als Arnold und spricht ihn auch so an.
Nachdem Bernard diese Entdeckung gemacht hat, erklärt Ford ihm, dass es sich hierbei um eine Nachbildung seiner eigenen Familie handelt und der Mann sein eigener Vater sei – somit ist auch der Mann auf dem Foto Fords Vater und nicht Arnold.
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Doch wenn dieser Mann nicht Arnold ist, warum zeigt Ford seinem „Freund“ Bernard dann dieses Foto und spricht von Arnold?
Nun, schaut euch das Foto nochmal an: Es scheint, als wäre jemand auf diesem Foto entfernt worden. Neben Fords Vater ist eine klare Lücke zu sehen. Dort war etwas oder jemand zu sehen.

Der Grund dafür: Wir sehen das Foto durch Bernards Augen. Und wie bereits erwähnt, sind die Hosts so programmiert, dass sie Dinge nicht sehen können, die sie verletzen könnten. Auf dem Bild zu sehen sind Ford, sein Vater und Arnold, von dem Bernard eine direkte Kopie ist. Darum konnte er ihn nicht sehen, da diese Erkenntnis ihn beschädigen könnte. Wenn er sich selbst neben einem viel jüngeren Ford erkennen würde, dann würde er langsam hinter die ganze Sache kommen.

 

Die Skizzen

Als Theresa und Bernard den geheimen Raum entdeckt, stößt sie außerdem auf Skizzen von Hosts. Sie sieht die Vorlagen des Prototypen von „Robert“ (der jüngeren Roboter-Version von Ford), die von Dolores und einer weiteren, die sich als Bernard/Arnold entpuppt.

 

Als Bernard besagte Skizze sieht, entgegnet dieser nur „Sieht für mich nach nichts aus“ – natürlich kann Bernard nicht die Skizze von sich selbst sehen Sie können keine Dinge sehen, die sie verletzen. Das habe ich ihnen erspart“ klärt Ford (erneut) auf, als er ebenfalls in diesem Raum erscheint.

Zunächst wirkt es nur so, als würde diese Aussage unterstreichen, dass Bernard ein Host ist. Wenn wir aber die 3 Skizzen vergleichen, dann erkennt man, dass bei der letzten Skizze eine Sache fehlt: Ein Name!

Wenn die Zuschauer und Bernard die Skizze sehen, können wir keinen Namen erkennen (da es nicht gezeigt wird). Dieser Name ist (zumindest in dieser Theorie) Arnold!

Das war etwas viel Input und viel Theorie, jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass die Showrunner der Show Lisa Joy und Jonathan Nolan mehrmals betonten, dass jedes kleinste Detail und jede Szene eine Bedeutung hat, die am Ende wichtig sein wird.

Was haltet ihr von dieser Theorie? Denkt ihr, sie stimmt? Wollt ihr noch mehr Theorien zu Westworld? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

 

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