Die Harry Potter Reihe ist wahrlich magisch und erfreut sich einer großen Fangemeinde, in der sowohl die Bücher als auch die Filme gefeiert werden.

Als der erste Harry Potter Film entwickelt wurde, gab es bereits 4 Bücher und danach folgten 3 weitere dicke Schinken  – und daraus folgte ein kleines Problem: Man hatte zu viel Stoff, um alles in einen Film zu packen (was man bei Harry Potter und der Feuerkelch bereits merken konnte). Dem wirkte man zwar entgegen, indem man Harry Potter und die Heiligtümer des Todes in einen Zweiteiler verwandelte, jedoch fiel verdammt viel der gesamten Saga der Schere zum Opfer.

Wir wollen uns hier mal mit den „schlimmsten“ Cuts und Änderungen befassen – wobei wir als „schlimm“ sehen, dass es schade ist, diese Elemente nicht in den Filmen vorkamen.

12. Der andere Minister
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Das Buch Harry Potter und der Halbblutprinz beginnt an einem Ort, den die Leser bis dahin noch nie besucht hatten: Wir sehen den Premierminister des Vereinten Königreiches in seinem Büro in #10, Downing Street.
Er wird von Cornelius Fudge besucht, der sich nun als ehemaliger Zaubereiminister zu erkennen gibt. In diesem Kapitel erfahren wir, dass die beiden „Oberhäupter“ der Muggel- und Zauberwelt sich regelmäßig treffen und sich über die aktuellen Ereignisse in der magischen Welt austauschen – die Regierung der Muggel weiß nämlich mehr oder weniger über die Zauberer bescheid.
Außerdem wird in diesem Kapitel Rufus Scrimgeour als neuer Zaubereiminister eingeführt.

Diese Sequenz wurde vollkommen aus den Filmen gestrichen und mit einer Szene ersetzt, in welcher Voldemorts Todesser in England für Chaos sorgen, während Harry darüber in den Nachrichten liest.

Dieses Gespräch im Film zu haben, würde ein etwas anderes Licht auf die Beziehungen zwischen den beiden „Welten“ werfen.

11. Arthur und Lucius prügeln sich
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Wer sagt, dass sich Differenzen in der magischen Welt immer mit einem Zaubererduell klären lassen, wo es doch auch den guten alten Faustkampf gibt?
In der Verfilmung von Harry Potter und die Kammer des Schreckens beobachten wir, wie die Weasleys mit Harry und Hermine bei Flourish & Blotts die neuen Schulbücher für das kommende Jahr einkaufen wollen.
Dort treffen sie auf Draco Malfoy, der von seinem Vater Lucius begleitet wird. Es kommt zu einem verbalen Austausch zwischen Lucius und Arthur Weasley, der jedoch nicht ausartet.

Im Buch sieht das jedoch ganz anders aus: Als  Lucius die Weasley-Familie beleidigt, reißt Arthur ihn zu Boden und es kommt zu einer Prügelei im Bücherladen, die erst ein Ende findet, als Hagrid die beiden Streithähne trennen kann.

10. Winky und B.ELFE.R
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Die Buchreihe wurde mit Harry Potter und der Feuerkelch ziemlich dunkel. Voldemort kehrt zurück, Cedric Diggory wird umgebracht und die Todesser beginnen mit ihrem erneuten Aufstieg zur Macht. Außerdem hören wir das erste Mal von den Unverzeihlichen Flüchen und dem schrecklichen Schicksal, welches einer von ihnen Neville Longbottoms Eltern bereitete.

Doch es gibt da noch eine weitere ziemlich unterbewertete Geschichte, die sich um Winky dreht. Winky war der Hauself der Familie Crouch und ihr wurde vorgeworfen, dass sie bei der Quidditch Weltmeisterschaft das dunkle Mal von Voldemort (mittels einem gestohlenen Zauberstab) heraufbeschworen hatte.
Winky muss ihre Familie verlassen und bekommt von Dumbledore einen Job in der Küche von Hogwarts angeboten, wo sie langsam in den Alkoholismus abdriftet.

In der Zwischenzeit entdeckt Hermine außerdem, dass die Zauberergesellschaft überhaupt kein Problem damit hat, die Hauselfen als eine Art der Sklavenhaltung zu missbrauchen. Sie gründet B.ELFE.R (Bund für Elfenrechte) und setzt sich für die Freiheit aller Hauselfen ein.
Beinahe niemand in Hogwarts, nicht mal die Hauselfen selbst, nehmen ihr Anliegen ernst. Nur Ron unterstützt sie, was die beiden näher bringt.

In den Filmen kommt B.ELFE.R überhaupt nicht vor, vermutlich, da es auch in den Büchern nirgendwo hinführt. Es sagt jedoch viel über Hermines Charakter aus, die bemüht ist für Gerechtigkeit zu sorgen.

 

9. Der Troll und das Tränke-Rätsel
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Als es um die Verteidigung des Steins der Weisen ging, hatte Albus Dumbledore eine Reihe von Rätseln und Aufgaben anfertigen lassen, mit Dingen, die rein zufällig ein Erstklässler aus Hogwarts lösen könnte und mit etwas Glück sogar wie für die 3 Protagonisten gemacht waren.

In der Filmversion von Harry Potter und der Stein der Weisen wurden zwei der Tests, um an den Stein zu kommen, herausgenommen.
Bei dem ersten handelt es sich um einen Troll, den Harry und Hermine überwinden müssen – sie tricksen ihn aus und kommen weiter.

Das zweite Rätsel wurde von Snape persönlich geschaffen und hatte mit Zaubertränken zu tun. Man musste eher Logik, als magisches Wissen, benutzen, um erfolgreich zu sein  und Hermine konnte es lösen, damit Harry weiter zur finalen Konfrontation mit Professor Quirrell gehen konnte.

8. Harry gewinnt (nicht) den Quidditch-Pokal
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Quidditch nimmt in der Filmreihe eine wesentlich kleinere Rolle ein, als in den Büchern. Wirklich überraschend ist es nicht, da man bedenken muss, dass ein Film eine begrenzte Laufzeit hat und man eine Menge an Inhalt hineinzwängen muss.

In den Büchern ist es ein immer wiederkehrendes Hintergrund-Element, das zu einem wichtigen Handlungsstrang in Harry Potter und der Gefangene von Askaban wird.
In den vergangenen Schuljahren konnte Gryffindor nicht den Schul-Quidditch-Pokal gewinnen. In Der Stein der Weisen gewann vermutlich (man weiß es nicht) Slytherin den Pokal und in Die Kammer des Schreckens wurde das Event wegen des Basilisken abgebrochen.

Im dritten Jahr wollte man endlich die Siegesserie der Syltherins stoppen und Oliver Woods letzte Chance, den Pokal vor seinem Weggang zu gewinnen, war zum Greifen nahe. Letztlich gewinnen sie den begehrten Preis.

In der Filmadaption sehen wir nur das erste Quidditch-Spiel, welches auch nur beibehalten wurde, weil es der übergeordneten Geschichte dient und zeigt, wie die Dementoren Harry angreifen.
Was schade ist, denn der Sieg dieses finalen Spiels ist eine der schönsten Momente in der Buchreihe.

7. Die Familie Gaunt
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In der Vorlage von Harry Potter und der Halbblutprinz gibt es viele Rückblenden. Dumbledore nimmt Harry auf mehrere Denkariums-Ausflüge mit, um die Wahrheit hinter Voldemorts Unsterblichkeit zu lüften.
Eine der eindrucksvollsten Erinnerungen ist die von Bob Odgen, einem Ministeriums-Mitarbeiter, der das Haus der Familie Gaunt aufsucht.

Die Gaunts waren einst eine stolze Familie, die ihre Abstammung direkt bis zu Salazar Slytherin verfolgen konnte. Doch Jahre der Armut und Inzucht ließ sie verdorben und gewalttätig werden.

Ein Familienmitglied der Gaunts ist ein junges Mädchen mit Namen Merope, bei welcher es sich um Voldemorts Mutter handelt.
Dumbledore zeigt Harry diese Erinnerungen, da Voldemort seine Verwandten erneut besuchte, als er erwachsen war. Er ermordete seine Muggel-Familie und stellte Morfin Gaunt, seinen Onkel, als den Täter dar.
Er stahl den Familienring und verwandelte ihn in einen Horkrux, unwissentlich, dass es sich dabei um eines der Heiligtümer des Todes, den Stein der Auferstehung, handelte.
Dumbledore fand später den Ring und zerstörte ihn mit Godric Gryffindors Schwert, bevor er entdeckte, dass dies einen Fluch mit sich zog.

In der Filmadaption minimierte man diese Handlung auf einen Satz von Dumbledore, der damit lediglich bestätigte, dass er den Ring fand, er ein Horkrux war und ihn zerstörte.

6. Hepzibah Smith
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Wenn man von dem Halbblutprinzen und herausgeschriebenen Handlungssträngen redet, dann sind die Gaunts nicht die einzigen. Im Denkarium erfährt Harry durch die Erinnerungen des Hauselfen Hokey, welcher Hepzibah Smith diente, mehr über die Horkruxe.

Smith war eine wohlhabende Witwe, in deren Besitz sich viele antike historische Artefakte befanden.
Der junge Tom Riddle, in den sie „verknallt“ war, besuchte sie häufig. Sie zeigte ihm ihre zwei größten Schätze: Ein Kelch, der Helga Hufflepuff gehört hatte und ein Amulett, dessen Besitzer Salazar Slytherin war.

Tom Riddle tötete sie für diese Artefakte und ließ es so aussehen, als wäre ihr Hauself der Täter gewesen.

Hufflepuffs Kelch wird im sechsten Film gar nicht erwähnt. Im siebten Film entdeckt Harry ihn nur, da Bellatrix Lestrange befürchtet, jemand sei in ihr Verlies in Gringotts eingebrochen.

5. Die Hauselfen-Armee
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Harry Potter und der Halbblutprinz endete mit einem großen Mysterium. Harry und Dumbledore erlangen endlich den (vermuteten) Horkrux im Form eines Amuletts. Dieses stellt sich jedoch als eine Fälschung raus – das echte hat, wie sich im Buch Harry Potter und die Heiligtümer des Todes herausstellt, Sirius Bruder Regulus Black entwendet.
Er war eins ein Todesser, der seine Taten bereute und es zu seiner Lebensaufgabe machte, Voldemort zu schwächen.
Der Hauself der Familie, Kreacher, war involviert in diesen Plan. Nachdem Harry dies herausfindet, entsteht eine Freundschaft zu Kreacher.

In der Filmversion ist das meiste davon herausgeschnitten. In der finalen Schlacht von Hogwarts ergriffen auch die Hauselfen partei und stürmten, angeführt von Kreacher, gegen Lord Voldemort in den Kampf – ebenfalls etwas, das der Schere zum Opfer fiel.

4. Der „ruhige“ Dumbledore
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Als Harrys Name vom Feuerkelch „gezogen“ wurde, wird er zu den anderen 3 Teilnehmern des Trimagischen Turniers geschickt. Das löst eine Aufruhr zwischen den 3 versammelten Schulen aus.
Ein Zitat aus dem Buch: „Professor Dumbledore sah zu Harry hinunter, der ihm geradewegs in die Augen hinter den Halbmondgläsern schaute und versuchte, ihren Ausdruck zu entschlüsseln.

»Hast du den Zettel mit deinem Namen in den Feuerkelch geworfen, Harry?«, fragte Dumbledore ruhig.

Die Betonung liegt hier auf ruhig. Dumbledore spricht zu einem jungen Teenager, der grade von mehreren Erwachsenen angeschrien wurde und nun gegen seinen Willen bei einem tödlichen Turnier mitmachen soll. Er ist einfühlsam und will Harry beruhigen.

Also was macht der Film-Dumbledore?

Er läuft auf Harry zu, drückt ihn an ein Regal voller Glasobjekte und schreit ihn an.

3. Peter Pettigrew
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In  Harry Potter und der Gefangene von Askaban erfahren wir, dass Harrys Eltern von ihrem Schulfreund Peter Pettigrew verraten wurden. Er war ihr Geheimniswahrer und verriet Voldemort ihren Aufenthaltsort.

Er hilft Voldemort dabei, zurückzukehren und wird von ihm mit einer silbernen verzauberten Hand belohnt.

Als er in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes auf Harry trifft und sich weigert ihn zu töten, endet es damit, dass ihn seine silberne Hand zu Tode würgt.
In den Filmen passiert dies nie und vermutlich lebt Peter noch.
2. Barty Crouch Jr.
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Am Ende des vierten Buches wird enthüllt, dass Mad-Eye Moody in Wirklichkeit die ganze Zeit Barty Crouch Junior war, der sich als Moody mittels Vielsafttrank ausgab.
Als sein Geheimnis gelüftet wird, gibt er alle Informationen Preis, die zum Plan von Voldemorts Rückkehr gehörten.
Bevor er dem Ministerium vorgeführt werden kann, wird seine Seele von einem Dementor entzogen – und ohne sein Geständnis gibt es keinen Beweis dafür, dass Voldemort zurückgekehrt ist.

Und im darauffolgenden Buch geht es genau darum: Die Welt denkt, Harry Potter sei ein Lügner und behandelt ihn auch so.

In den Filmen wird Bartys Schicksal nie enthüllt. Er macht ein paar wage Bedrohungen und das war`s dann. Die Dementoren holen ihn nicht und er könnte noch immer lebendig sein. Es wird nicht mal im späteren Verlauf eine Anspielung darauf fallen gelassen.
Mit einem lebendigen Crouch könnten Harry und Dumbledore locker ihren Beweis für Voldemorts Rückkehr vorzeigen.

 

1. Die Rumtreiber
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Die Harry Potter Fanbase fand viel gefallen an den „Rumtreibern“. Dabei handelt es sich um James Potter, Sirius Black, Peter Pettigrew und Remus Lupin, die gemeinsam in Hogwarts studierten.

Die Freunde entdeckten, dass es sich bei Lupin um einen Werwolf handelt und wurden so zu Animagi, um ihn bei seiner Zeit als Wolf beizustehen (James wurde zu einem Hirsch, Sirius zu einem Hund und Peter zu einer Ratte). Gemeinsam erschufen sie die Karte des Rumbtreibers und erkundeten viele Geheimnisse von Hogwarts.

Die Hintergrundgeschichte der Freunde wurde beinahe komplett aus den Filmen gestrichen, sehr zum Unmut der Fans.
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