Nachdem wir einige Kleinigkeiten der ersten Episode der siebten Staffel Game of Thrones durchleuchtet haben, werden wir dies auch mit Episode 3 „Gerechtigkeit der Königin“ vollführen. (urlaubsbedingt habe ich Episode 2 ausgelassen).

Sollte es nicht ersichtlich sein: Es folgen Spoiler zum aktuellen Stand der Serie!

 

Karma gibt’s immer noch in Westeros

Starten wir mit etwas Offensichtlichem.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Game of Thrones jemand durch ähnliche Umstände stirbt, wie sein „Opfer“.  Bereits in der Vergangenheit starben die 3 Drahtzieher der roten Hochzeit auf die selbe Art und Weise, wie die anwesenden Starks – Tywin Lannister wurde mit einer Armbrust erschossen (Robb Starks Schattenwolf wurde durch Armbrustschützen hingerichtet), Roose Bolton wurde mit einem Dolch von einem Vertrauten erstochen (Robb Stark wurde von Roose Bolton erdolcht) und Walder Frey wurde von Arya Stark die Kehle durchgeschnitten (Aryas Mutter Cat wurde auf der roten Hochzeit ebenfalls die Kehle durchgeschnitten).

Und auch in Gerechtigkeit der Königin gibt es wieder ein „Callback“ –  Cersei Lannister hat herausgefunden, welches Gift Ellaria Sand nutzte, um ihre Tochter Myrcella Baratheon zu töten und nutzt genau dieses, um Ellarias Tochter (ganz langsam) zu töten.

Außerdem wird in Rosengarten Lady Olenna von Jaime vergiftet – als letzten Bad-Ass-Move eröffnet sie dem Lannister, dass sie für den Tod von Joffrey Baratheon verantwortlich war und sie bescheid wusste, wer sein Vater war.

Auch wenn Olenna nicht durch das selbe Gift dahin scheidet, wie Joffrey, so ist es die selbe Todesart.

 

Melisandre reist nach Volantis, kehrt zurück und wird von Arya getötet?

Während sich Melisandre und Varys unterhalten, eröffnet sie ihm, dass sie Westeros verlassen wird und nach Volantis zieht, jedoch letztlich zurückkehrt – um hier zu sterben, genau wie Varys.
Daraus entnehmen wir, dass die rote Priesterin ihren Tod (und vielleicht auch den von Varys) in den Flammen vorhergesehen hat.

In Staffel 3 machte sie bereits eine Bemerkung und versprach ein Wiedersehen, welches bis heute aussteht: Bei einem Treffen mit der Bruderschaft ohne Banner macht sie die Bekanntschaft mit Arya Stark. Nachdem sie in ihre Augen blickt und behauptet, dort nur Finsternis zu entdecken, verspricht sie ihr, dass die beiden sich noch einmal wiedersehen will.
Da Melisandre jedoch ebenfalls für die Verschleppung von Gendry dem Schmied verantwortlich war, befindet sie sich auf Aryas Liste – das Treffen könnte also tödlich für die rote Frau enden.

Volantis an sich ist auch ein äußerst wichtiger Ort, den wir bisher nur in Staffel 5 kurz erkunden konnten. In Volantis steht der Tempel von R’hllor, dem Gott des Feuers/Lichtes.
In Staffel 6 verhandelte Tyrion bereits mit einer roten Priesterin und konnte so ein „Bündnis“ mit ihnen aushandeln – mit Volantis als „Hauptquartier“ des Glaubens, könnte Melisandre dort etwas wichtiges für den Krieg finden?
Außerdem gibt es eine weitere nennenswerte Sache in Volantis: Einen Schmied, der valyrisches Stahl schmieden/bearbeiten kann!

Abgesehen davon ist es kein Geheimnis, dass Varys den roten Priestern mehr als argwöhnisch gegenüber steht. Fans haben bereits früher darüber spekuliert, dass ihm damals seine Männlichkeit von einem roten Priester (er nannte ihn „Zauberer“) geraubt wurde – dass er immer wieder mit den Anhängern dieses Glaubens zusammenstößt (sei es nur kurz in Volantis mit Tyrion, in Mereen oder hier auf Drachenstein) und ihm hier von seinem Tod berichtet wird, ist für einige ein erneuter Hinweis darauf, dass Varys in der Tat eine Geschichte mit den roten Priestern verbindet.

 

Wie der Vater, so der Sohn

Auch wenn Jon Schnee noch nichts von seiner wahren Herkunft weiß, so scheint er bereits mehr als eine Gemeinsamkeit zu seinem echten Vater, Rhaegar Targaryen, dem älteren Bruder von Daenerys, aufzuweisen:

In einem Gespräch sprechen Dany und Jon über Tyrion, der gerne redet. Als Dany daraufhinweist, dass jeder gerne die Dinge tut, in denen er gut ist, reagiert Jon lediglich mit den Worten „Ich nicht.“ – höchstwahrscheinlich redet Jon hier von seinen Fähgikeiten als talentierter Krieger, die er oft unter Beweis stellen musste.

Bereits in einer früheren Staffel erfährt Daenerys, dass ihr Bruder Rhaegar zwar einer der besten Krieger von Westeros war, jedoch das Kämpfen nicht mochte.
Während einer Konversation mit Barristan Selmy, berichtet dieser seiner Königin, dass Rhaegar sehr gut war, es jedoch bevorzugte zu singen.

Auch wenn Jon Schnee (noch) nicht das Singen für sich entdeckt hat, so hat er keine Freude am Töten – genau wie sein Vater Rhaegar.

Doch es geht noch weiter:  Selmy erklärte Daenerys in der dritten Staffel, dass für Rhaegar Menschen gekämpft haben und gestorben sind, weil sie in ihn geglaubt haben und ihn liebten.
Eine Sache, die auch Davos an Jon Schnee hervorhebt und darauf besteht, dass die Lords des Nordens Jon zu ihrem Anführer wählten, weil sie an ihn glaubten.

 

Ein bekanntes (kleines) Gesicht und der neue Style in Königsmund

Als Sansa in Staffel 1 in Königsmund ankommt, verändert sie sofort ihren Kleidungs- und Haarstil und passt sich den Idealen in Königsmund an.
Die aktuelle Folge gibt uns Hinweis darauf, dass sich der Dress- und Haircode etwas verändert hat.

Erinnert Ihr euch an Bernadette, eine der Bediensteten im roten Bergfried? Sie ertappte Shae und Sansa dabei, wie sie die blutigen Laken der jungen Lady Stark verstecken wollten.

In „Gerechtigkeit der Königin“ taucht sie erneut auf und ihre Erscheinung hat sich stark der von Cersei Lannister angeglichen.
Außerdem hat ihr Auftreten erneut etwas mit unsauberen Laken zu tun: Sie bekommt von der Königin die Aufgabe, saubere Laken zu bringen, da die alten durch sie und Jaime verunreinigt wurden.

 

Gebt mir 10 gute Männer

„Gib mir 10 gute Männer und ich besteige die Schlampe!“ – diesen Spruch bringt Tyrion, als er die geplante Eroberung Casterlysteins beschreibt.
Auch hierbei handelt es sich wieder um einen Callback – zur ersten Staffel!
Dort spricht Bronn mit Tyrion über Hohenehr und wie man es seiner Meinung nach einnehmen könnte.
Die „Guten Männer“ sind außerdem unter einigen Game of Thrones Fans eine Art Running Gag.
Theon nimmt Winterfell mit 20 guten Männern ein, während Mance die selbe Anzahl an guten Männern benutzt, um die Mauer zu überwinden. Daenerys nimmt Yunkai mit drei guten Männern ein und Ramsay versetzt der Armee von Stannis einen verheerenden Schlag mit 20 guten Männern. Und vergessen wir nicht Lyanna Mormont mit ihren 62 guten Männern!

Ich bin kein Stark…

Kein wirkliches Detail, sondern eher ein stilistisches Hilfsmittel: Nachdem Tyrion anmerkt, dass Stark-Männern nie etwas gutes geschieht, wenn sie in den Süden ziehen, entgegnet Jon Schnee sofort, dass er kein Stark sei (laut seinem Wissen ist er ein Schnee) – quasi ins Wort fallend taucht der Drache Drogon auf und unterstreicht nochmal die Tatsache, dass Jon Schnee in der Tat ein halber Targaryen ist.
Außerdem ist Jon so „geschockt“ von dem Drachen, wie einige Fans nach der großen Enthüllung seiner Herkunft.

 

Das dothrakische Empfangskommitee

Als Jon Schnee und Davos auf Drachenstein ankommen, empfangen sie einige Dothraki und nehmen ihnen die Waffen ab.
Qhono, welcher Langklaue entgegen nimmt und von Staz Nair verkörpert wird, tauchte bereits in der sechsten Staffel auf: Dort war er einer der Dothraki, die Daenerys Targaryen gefangen nahmen und sie zu ihrem Khal brachten.

Hier war er er äußerst respektlos gegenüber Dany und drohte sogar, sie zu vergewaltigen – und nun ist er einer ihrer vertrauten Soldaten. Er wird damit beauftragt, den König des Nordens zu empfangen und soll später den „Gästen“ ihre Kammern zeigen.

 

 

Eine Abschrift jeden Briefes

Ein äußerst flüchtiger Moment, der viel bedeuten könnte oder gar nichts.
Als wir sehen, dass Sansa sich ziemlich gut als Herrscherin von Winterfell macht, entgegnet Maester Wolkan, dass der frühere Maester von Winterfell, Luwin, Kopien von allen Briefen und Schriftrollen anfertigte, die jemals nach Winterfell geschickt wurden – hier kann man deutlich einen ernsten (und besorgten?) Blick von Kleinfinger erkennen.

Haltet in den nächsten Folgen die Augen nach einem Briefe-stehlenden Kleinfinger offen!

 

Die irre Königin

Seit dem Cersei im Staffelfinale 6 die große Septe von Baelor in die Luft sprengen ließ, entdecken Fans Gemeinsamkeiten zwischen ihr und dem irren König Aerys Targaryen (dem Vater von Daenerys). Und auch in der aktuellen Folge gibt es eine Anspielung darauf:

Wie bereits oben erwähnt, hat sich Cersei als Rache für den Tod ihrer Tochter Myrcella eine besondere Folter ausgedacht.
Ellaria Sand und ihre Tochter Tyene befinden sich an gegenüberliegenden Wänden angekettet dicht beieinander, können sich jedoch nicht erreichen  – hier muss die Mutter zusehen, wie ihre Tochter langsam stirbt.

Eine ähnliche Methode nutzte der irre König, um Jon Schnees Onkel und Großvater zu töten: Rickard Stark (Großvater) wurde in eine Rüstung gesteckt und im Thron-Raum „aufgehängt“ (er lebte noch). Um den Hals von Brandon (Onkel) befand sich eine Schlinge und außerhalb seiner Reichweite wurde ein Schwert platziert, während er anordnete, ein Feuer unter Rickard zu entzünden.

So wurde Rickard lebendig verbrannt, während er zusehen musste, wie Brandon sich selbst beim Versuch das Schwert zu erreichen und somit seinen Vater zu retten, erdrosselte.
Übrigens wurde genau dieser Akt in der Episode von Jon gegenüber Daenerys angesprochen.

Doch wenn man etwas weiter interpretiert und Cersei als „Verkörperung“ des irren Königs sieht, so könnte auch diese Folter etwas übertragendes für sie symboliseren: Nachdem Aerys die beiden Starks in Winterfell hinrichtete, wurde es für ihn nur noch schlimmer und Roberts Rebellion entbrach – könnte sich hier (wie so oft in der Serie) ein Hinweis darauf verstecken, dass Cerseis Tage bald gezählt sind?

Jaime trägt Witwenklage

Etwas, über das Fans bisher rätselten, nun aber auch in der Serie Erwähnung findet:
Wie Lady Olenna bemerkt trägt Jaime das Schwert seines verstorbenen Sohnes Joffrey – Witwenklage.
Es ist mit Eidwahrer eines der beiden Schwerter, die aus Ned Starks Langschwert Eis geschaffen wurden und aus dem seltenen (und verdammt wichtigen) valyrischen Stahl besteht.

Außerdem weiteres stilistisches Mittel: Während das Lannister Heer in Rosengarten einmarschiert wird „Der Regen von Castamere“ gespielt – dem „Titelsong“ des Hauses Lannister. Als das Lied endet und der Schnitt auf Olenna weicht, schließt diese mit einer Liedzeile aus der Ballade.

Sams „Bestrafung“ rettet den Tag?

Wenn es um Bestrafungen geht hat Samwell Tarly vermutlich das goldene Los gezogen: Dieser wissbegierige Mann, der in den alten Büchern und Schriften nach einem Weg sucht, die weißen Wanderer zu bezwingen, soll als Strafe Kopien und Abschriften von alten Büchern und Schriftrollen anfertigen.

Wir sind nur noch 10 Folgen vom endgültigen Ende der Serie entfernt und der Schlüssel zum „Sieg“ über die weißen Wanderer ist noch immer nicht greifbar – könnte dieser sich in dem Haufen Arbeit verstecken, den Sam bewältigen muss?

 

 

Bonus für Episode 4: Der valyrische Dolch taucht wieder auf!

Im Trailer zur kommenden vierten Folge sehen wir sehr kurz den bekannten valyrischen Dolch, welcher überhaupt erst den ganzen Schlamassel um Game of Thrones anrichtete!
In der ersten Staffel war es ein wichtiger Gegenstand, welcher zuletzt auf Ned Starks Schreibtisch gesehen wurde und bis heute „verschollen“ war.

Der kurze Blick im Trailer reichte aus, um uns die Gewissheit zu verschaffen, dass sich besagter Gegenstand erneut in Kleinfingers Besitz befindet – und scheinbar hat er etwas damit vor.

Die Frage ist nur: „Was?“ Und würde ihn der Dolch nicht in Verbindung mit dem Mordversuch an Bran bringen? Und weiß Bran als Dreiäugiger Rabe nicht eh „alles“?

Fragen über Fragen, die hoffentlich bald geklärt werden!

 

 

 

 

 

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