Fredies fantastische Fanwelten: eine lose Reihe mit Gedanken, Ideen und lockerem Geschreibsel über (meine) Fandoms und das Geekleben allgemein. Frei von der Leben weg. Los gehts mit:

© BBC 2005

DOCTOR WHO – (M)ein Phänomen durch Raum und Zeit

Manche Serien entdeckt man früh. Manche spät. Manche niemals. Oder wie so oft in meinem in meinem Fall: kurz vor der Angst. Dennoch: Zeit ist relativ. Das Raumzeit- Gefüge eh ein Mysterium. Wibbly-wobbly-timey-wimey. Und niemals sicher, denn die Hand des Unbekannten auf diesem Trip ergreift dich und zieht dich mit sich, ob du willst oder nicht. Egal zu welcher Zeit, in welchem Raum.

Zeit: Januar 2015. Das Unbekannte damals: eine Serie namens Doctor Who. Der Raum: meine Bude mit Schreibtisch, Laptop, Netflix. Der Beginn einer unglaublichen Reise in einem wahrhaft verrückten Raumschiff. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Und so drückte ich voller Spannung auf den Playknopf: Doctor Who Series 1 Episode 1 „Rose“ (2005).

 

Dun…dudududunn…dudududunn…dududududududunn…dooooweeeeeoooooooooooo!“

 

Der unverkennbare Sound des Titeltracks dröhnte aus meinen Boxen und ließ sofort meine Mundwinkel zu einem breiten Grinsen erscheinen. Und dann… die T.A.R.D.I.S. Wow. Eine Telefonzelle als Zeitmaschine? Gabs das nicht schon einmal bei „Bill und Ted“? Hat man sich da etwas abgeschaut? Egal, weiter gings.

Rose Tyler. Okay… kleines Blondchen. Nett. Und dann creepy Schaufensterpuppen. Ein Mann im schwarzer Lederjacke, der sich als „Der Doctor“ vorstellte. Und diese Puppen mit einem kleinen Ding namens „Schallschraubenzieher“ bekämpft. Die blaue Telefonzelle. Huch – von innen größer als von draußen? Ziemlich cool. Da wars bei Bill & Ted weitaus kuschliger.

 

Der Doc und seine blaue Box   © BBC

 

Nach dem Ende dieser unfreiwillig leicht trashigen Episode saß ich nur da und dachte mir:

Ähm…“

Sollte ich weitermachen? Ich überlegte hin und her. Zuckte mit den Schultern und schaute mir den Episodennamen zu Folge 2 an: „Das Ende der Welt“. Und der Titel erweckte in mir dann doch mehr Neugier. Apokalypse? Endlich Weltraum? Jawollja! Reinziehen!

Das Ende vom Lied: ich ging nach 10 Episoden und einem wohligen Gefühl zu Bett. Und schaute gleich am nächsten Tag den Rest der gesamten ersten Staffel durch. Doch nicht ohne mich vorher mal (halbwegs spoilerfrei) mit der Geschichte des Doctors zu beschäftigen. Und die versetzte mich arg in Staunen. 1963 Erstausstrahlung? Echt jetzt?! Das ist ja älter als mein geliebtes Star Trek! Gut, da gabs in den 90ern ne Pause, welche nur von einem Kinofilm unterbrochen wurde. Dennoch… woah.

Und schon 12 Doctoren? Regeneration? Das ist also der Trick. Geschickt eingefädelt. Und auauaha. Die „bösen“ Regenerationen. Der geliebte Doctor bekommt ein neues Gesicht & Persönlichkeit, einen oftmals dramatischen Abgang und einen meist recht humorvollen Neueinstieg. Eine emotionale Achterbahnfahrt. Me gusta. Und dann diese… Daleks, Erzfeindes des Doctors! Die kannte ich doch schon irgendwie ewig! Fahrende Salzstreuer mit Schneebesen und Pömpel. Wunderbar, genau mein Humor. SF- Retro rockt derb.

Ich war nun vollends diesem Universum verfallen. Alles ist möglich. Zeitreisen sind eh immer cool (neben Fliegen, Fezze und andere Dinge); Science-Fiction paart sich mit Mystery sowie Geschichtsstunden; Horror-Elemente waren wie Komödie und Drama gleichweg vertreten. Eine ausgeglichene Mischung, was mich sehr mitriss.

So eine Intensität hatte ich bei kaum einer Serie empfunden und so suchtete ich mich bis heute durch 9 Staffeln „New Who“ und begann Episoden aus der „Classic Who- Sektion“ sowie den Kinofilm Anno 1996 nachzuholen.

 

„Explain, Explain!!“ Daleks und ihre belebte  Konversationstechnik. © BBC

Ein besonderer Höhepunkt Anno 2015 war der Besuch des „TimeLash Events“, der ersten Doctor-Who- Convention in Deutschland. Dank Akkreditierung über den Webradio-Sender, bei dem ich aktiv bin, konnte ich im Oktober 2015 Stars und Veranstalter, Cosplays und Fans am Kassler Kulturbahnhof hautnah erleben. Und das ging auch bei der zweiten Con 2016 so weiter. Ich durfte DW- Sternchen wie Paul McGann (8. Doctor), Colin Baker (6. Doctor), Sophie Aldred (Companion „Ace“ vom 7. Doc) und noch einige mehr in einer lustigen Interview- Runde erleben, das auch senden und Gosh – war ich immer aufgeregt. Ich bin ja „nur“ Hobby- Journalistin und mein Respekt war riesengroß. Gerade auf der ersten TimeLash war ich dank des ungewollten Ausfalls einer erfahrenen Radio- Kollegin derb auf mich allein gestellt… und musste improvisieren. Hat dann zum Glück auch alles geklappt, wenn auch etwas holprig.

Ende vom Lied: viele neue Bekannt- und auch Freundschaften, das Gründen von „Doctor Who Thüringen“ – einer lebendigen Stammtisch- Gruppe aus meiner Heimat. Doctor Who hat mir viel gebracht. Freunde, Freude, Emotionen, Geek- Alert deluxe.

 

Rechts: einer der ikonischsten Charaktere des DW- Universums: Captain Jack Harkness (John Barrowman) © BBC

Und ja. Ich freue mich auf den nun weiblichen 13. Doctor. Ich ignoriere inzwischen all die Hater und Heuler. Natürlich war der Doc über 50 Jahre lang ein Mann. Aber hey – gerade Staffel 8 der New-Who-Series hat euch eines besseren belehrt. Regeneration ist geschlechts- unabhängig. Und ich finde es spannend, dass sich die sonst so konservative BBC so etwas traut.

Summa summarum: Doctor Who hat mein Fan- Leben heftig bereichert. Und ich will es nicht mehr missen. Durch Raum und Zeit.

In diesem Sinne – Keep calm and DOOWEEEEOOOOOO!!

 

 

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