„Es war einmal…“

So beginnt im Original die Geschichte von der heute erzählt werden soll. Gemeint ist „Die Geschichte vom Bambussammler“ (im Original „Taketori Monogatari“). Diese wurde 2013 vom berühmten Studio Ghibli in Form eines animierten Spielfilmes erzählt. Kurz zur Einordnung des ganzen sei erwähnt, dass besagte Geschichte ungefähr im Jahr 900 n.Chr. in Japan niedergeschrieben wurde und somit die älteste Romantische Erzählung des Landes darstellt. Dabei geht es um den Titel gebenden Bambussammler, welcher eines Tage während seiner täglichen Arbeit im Bambushain eine kuriose Beobachtung macht. Plötzlich leuchtet einer dieser Bambus Bäume auf, was verständlicherweise die Aufmerksamkeit des alten Mannes erregt. Als er sich nähert fällt ihm auf, dass vor dem Baum ein Sprössling sprießt. Für die Jahreszeit ist dies höchst ungewöhnlich also nähert er sich weiter. Zu seinem großen Erstaunen wächst dieser Sprössling jedoch in Sekunden zu einer großen Blüte welche sich sogleich öffnet und eine kleine Figur freigibt. Jedoch ist es nicht wie es scheint, den die Figur ist in Wahrheit eine kleine Frau, kaum größer als eine Hand, welche im Mondschein in der geöffneten Blüte sitzt. Neugierig und Religiös wie der Mann ist wird ihm bewusst, dass es sich bei der Frau um ein Geschenk des Himmels handeln muss. Daraufhin nimmt er Sie in aller Vorsicht mit in sein bescheidenes Heim. Dort angekommen verwandelt sich das kleine Wesen in den Armen der Frau des Sammlers in ein Baby und die Legende nimmt ihren Lauf.

Ghibli hat mit „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ eine wunderbare Geschichte geschaffen welche, so kommt es mir vor, trotz Ihrer Oscar Nominierung unter dem Radar flog. Mit einem Stil der an Aquarelle oder Tuschzeichnungen erinnert bleibt der Film garantiert schon optisch im Gedächtnis. Dazu kommt eine Geschichte welche von Selbstbestimmung, dem Drang danach zu Leben und den Gebräuchen im alten Japan erzählt. Es handelt sich hier um einen Film, welcher in sich zunächst eine große Freude und Lebenslust trägt, über seinen Verlauf jedoch immer mehr von einer starken Melancholie geprägt wird. Kaguya selbst macht im Verlauf des Filmes Veränderungen durch, welche sich stets glaubhaft anfühlen und gleichzeitig einen kleinen Eindruck der feudalen Japanischen Gesellschaft vermitteln. Zugleich greift er aber ein bei Ghibli beliebtes Thema auf, da es sich bei Kaguya doch im Herzen um eine starke und selbstbewusste weibliche Hauptrolle dreht. Kaguya möchte am liebsten Ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen, ist jedoch durch die Konventionen der Zeit und die Loyalität zu ihren Eltern dazu gezwungen sich auf gewisse Weise von anderen bestimmen zu lassen. Es ist ebenfalls zu erwähnen das die Musikalische Untermalung stets gelungen ist und zur Atmosphäre des Filmes beiträgt.

Die Optik dieses wunderschönen Filmes hat mich komplett in ihren Bann gezogen. In Kombination mit der gelungenen Geschichte kann ich den Film voll und ganz Empfehlen.

Kommentare