Story:

Belle (Emma Watson) lebt in einem beschaulichen Dorf und hat einen etwas sonderlichen Erfinder zum Vater. Die Avancen von Schönling Gaston (Luke Evans) wehrt sie geschickt ab und vergräbt ihre Nase viel lieber in Büchern. Dann allerdings gerät ihr Vater in die Gefangenschaft eines fürchterlichen Ungeheuers, das in einem verzauberten Schloss lebt. Um den Erfinder zu retten, bietet Belle ihr Leben im Austausch gegen das ihres Vaters an. Als Gefangene muss sie in das unheimliche Schloss ziehen, wo sie herausfindet, dass nicht nur auf dem Gemäuer, sondern auch auf den Bewohnern desselben ein Fluch lastet.

Kritik:

Nachdem Disney im letzten Jahr mit “The Jungle Book“ eine weitere erfolgreiche Realverfilmung in die Kinos gebracht hat, die sogar mit einem Oscar für die besten Effekte ausgezeichnet wurde, kommt jetzt mit “Beauty and the Beast“ das nächste Kapitel. Disney plant immerhin alle seine alten Klassiker, wie z.B “König der Löwen“, neu zu verfilmen.

Die Regie übernimmt Bill Condon, der zuletzt den großartigen “Mr. Holmes“ gemacht hat. Das Drehbuch stammt von Stephen Chbosky (“die Bestimmung“).

Wir wollen euch auch gar nicht lange auf die Folter spannen. Wer die vergangenen Realverfilmungen mochte, wird auch diese lieben! Disney hat alleine mit der Besetzung mal wieder alles richtig gemacht. Emma Watson passt einfach perfekt für die Rolle als Belle. Die 26-jährige geht in der Rolle total auf und man ist als Zuschauer sofort verliebt in den Charakter. Allgemein kann man sagen, dass der Cast hochkarätiger kaum sein könnte. Seien es Emma Thompson, Dan Stevens, Luke Evans, Josh Gad, Ian McKellen – der Voice Cast ist einfach unglaublich. Wie es sich für ein Musical gehört, wird natürlich auch gesungen. Das ist keinesfalls nervig, sondern über die meiste Zeit sehr gut eingestreut und man ist bei dem ein oder anderen überrascht, wie gut er oder sie doch singen kann. Auch der Detailreichtum ist exorbitant. Disney hat sich nicht lumpen lassen und große Sets aufgebaut, die das Geschehen sehr echt aussehen lassen. Es ist immer schön, wenn man sieht, dass sich das Studio und die Produzenten große Mühe geben und man als Zuschauer noch echte Sets und praktische Effekte bekommt. Auch die Kostüme, das Make Up und die farbenfrohe Vielfalt lässt einem jeden Disney Fan das Herz aufgehen. Dan Stevens schlüpft hier in die Rolle des Biests. Um das ganze realistisch aussehen zu lassen, wurde ein neues Verfahren des Motion Captures eingesetzt. Neben Performance Capture kam die so genannte MOVA-Facial-Capture-Technologie zum Einsatz. Für die Teile mit Performance Capture wurden die Szenen des Biests mit den anderen menschlichen Darstellern an realen Drehorten und Kulissen gefilmt. Stevens stand dabei auf Stelzen und trug einen Muskelanzug, über den er zusätzlich einen grauen Body gestreift hatte. Bei den Szenen des Biests mit den animierten Hausangestellten trug Stevens einen fraktalen grauen Body mit Indikatoren für die visuellen Effekte. Das Endergebnis kann sich dementsprechend sehen lassen. Aber auch das CGI ist hervorragend. Alle Animationen, wie z.B die visuelle Darstellung der lebenden Gegenstände ist unglaublich gut gelungen und sehen zu keiner Sekunde unecht aus. Die Kameraarbeit von Tobias Schliessler ist kreativ und abwechslungsreich. Gearbeitet wurde unter anderem auch mit Drohnen und der so genannten Techno-Dolly. Aber auch ganz klassische Einstellungen, wie z.B die Szene, in der Belle und das Biest im Tanzsaal tanzen. Der Score variiert zwischen bereits existierenden Songs und einigen neuen Songs, die den Film in eine realistischere Richtung lenken. Natürlich richtet sich “Die Schöne und das Biest“ hauptsächlich an kleinere Kinder, die definitiv ihren Spaß haben werden. Die FSK hat dem Film eine Altersfreigabe ab 6 verpasst. Ein FSK 12 wäre aber auch nicht verwerflich gewesen. Denn es gibt durchaus ein paar düstere, gruselige Momente, die aber meistens schnell durch einen humorvollen Moment gelockert werden. Auch der Witz kommt nicht zu kurz. Vor allem Josh Gad als Lefou sorgt für einige Lacher im Film. Luke Evans liefert zudem eine herausragende Performance als Bösewicht Gaston ab. Hat Disney hier also eine perfekte Verfilmung abgeliefert ? Nicht ganz. Mit 130 Minuten hat die Realverfilmung eine ungewöhnliche lange Laufzeit für diese Art von Film. Die meisten Animationsfilme gehen im Schnitt circa 90 Minuten. 10 Minuten weniger hätten “Die Schöne und das Biest“ jedenfalls gut getan. Auch könnte man ankreiden, dass sich Disney storytechnisch zu wenig neues getraut und zu sehr auf den Nostalgie Faktor gesetzt hat. Immerhin hat man mit Josh Gad’s Lefou den ersten homosexuellen Charakter in einem Disney-Film erschaffen. Eine durchaus wichtige Botschaft. Zum 3D können wir an dieser Stelle nichts sagen, die Version in der Pressevorführung war in 2D.

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