Zur Einordnung: der erste Film des Wandkrabblers und 16. Film im MCU. Außerdem Vierter Film in der dritten Phase.

Nach den Ereignissen von Captain America Civil War ist der Junge Peter Parker (Tom Holland) wieder in New York angekommen und wartet nur drauf, weiter mit den Avengers arbeiten zu dürfen . Diese melden sich allerdings nicht, also kümmert sich der Netzschwinger um Kleinkriminelle, alte Ladys und ähnliches.

Währenddessen macht sich Adrian Toomes (Micheal Keton) daran, so viele Alien Waffen wie möglich zu sammeln. Nach der Katastrophe von New York wurde seine Firma angeheuert das Chaos zu beseitigen, bis er von der Regierung abgelöst wird. Da er bereits hohe Kosten zur Beschaffung von Räumfahrzeugen auf sich nahm, stand er ohne den Auftrag vor dem Aus. Dies hat in dazu getrieben Waffen für Kriminelle herzustellen.

Spider-Man kann seine Identität nicht vor seinem besten Freund Ned geheim halten, und muss jetzt einige Fragen über sich ergehen lassen. Bei einem Waffendeal mit Alientechnologie, schreitet Peter ein, wird aber vom Vulture in die Luft gerissen; Iron Man kommt zur Hilfe. Peter will Tony auf die Gefahr von Toomes aufmerksam machen, dieser wimmelt Ihn jedoch ab. Spider-Man will Toomes alleine aufhalten, dies endet jedoch fast in einer Katastrophe, die wieder nur mit der Hilfe von Tony Stark abgewendet werden kann. Daraufhin nimmt Stark Peter den hoch technologisierten Anzug wieder ab.

Peter konzentriert sich danach auf das Homecoming  (eine Art Abschlussball) mit seiner Love interest Liz. Hier stellt sich allerdings heraus, dass Ihr Vater der Vulture/Adrian Toomes ist. Dieser erschließt sich -während er seine Tochter und Peter zum Ball fährt- ebenfalls, dass Peter Parker und Spider-Man die gleiche Person sein müssen und droht Ihm, seinen Weg nicht nochmals zu kreuzen. Peter stellt sich jedoch erneut dem Vulture, als dieser ein Flugzeug von Stark Industries bestehlen möchte, und es kommt zu einem finalen Showdown, in welchem Spider-Man als Sieger hervorgeht. Hierbei rettet er auch noch Toomes das Leben.

Toomes kommt ins Gefängnis und wird von einem Insassen gefragt, ob er weiß wer Spider-Man ist. Dieser verneint es. Parker wird von Stark ins Avengers-Quartier eingeladen und Ihm wird eine Mitgliedschaft bei den Avengers angeboten. Peter lehnt aber ab. Außerdem bekommen wir zu sehen, wie Tante May von Peters „Hobby“ erfährt.

 

 

Soviel zur Story, aber wieso ist der Film mein Favorit in diesem Pool voller toller Comic-Verfilmungen?

Für mich perfektioniert der Film das was Marvel mit den Filmen des MCUs richtig macht: die wichtigsten Eigenschaften der Charaktere werden modernisiert und in ein erfrischend neues Setting eingebunden.

Zum Beispiel ist es schwierig den sehr gesprächsfreudigen Peter auf die Leinwand zu bringen. Sam Raimi hat Spider-Man im Kostüm fast komplett erstummen lassen und Andrew Garfields Inkarnation kam durch die vielen Kommentare sehr großspurig rüber. Durch die AI in Spider-Mans neuem Anzug hat Peter einen indirekten Gesprächspartner und somit eine Rechtfertigung alles zu kommentieren.

Auch sind die beweglichen Augen ein ein unglaublich wichtiges Feature des Charakters. Emotionen können hier deutlich besser ausgedrückt werden. Die vorherigen Verfilmungen sind der bewegungslosen Maske ausgewichen indem Peter fast immer im finalen Kampf, also dem emotionalsten Teil, seine Maske verlor, auszog, oder sie teilweise zerrissen wurde. Da aber die Geheimidentität ein Schlüsselelement des Charakters Spider-Man ist, tut man dem Charakter Unrecht. Hier finde ich die beweglichen Augen eine längst überfällige Neuerung und ebenso elegante Lösung des Problems.  

Außerdem merkt man, dass sich im Vorfeld überlegt wurde was man dem Publikum nun zeigen möchte und welche Elemente man getrost weglassen kann. Zum Beispiel wurden überflüssige Schwungsequenzen durch New York gestrichen um dem Film eine eigene Identität zu verleihen. Auch der Spinnenbiss muss nicht in einer Rückblende oder ähnlichem zum dritten Male gezeigt werden. Außerdem begrüße ich die Entscheidung Onkel Bens Tod zwar im Raum stehen zu haben, ohne ihn jedoch direkt ansprechen zu müssen.

Ein weiterer Aspekt, der mir sehr gut gefällt ist die Art und Weise, wie Peter nach den Ereignissen des Civil War in einen unspektakulären Alltag zurückkommt. Wie jeder Teenager ist er natürlich total „gehyped“ mit seinen großen Helden Seite an Seite gekämpft zu haben und wartet nur auf eine neue Chance sich zu beweisen. Stattdessen kümmert er sich aber um die kleinen Dinge: er hilft einer alten Dame den Weg zu finden, hält einen Fahrraddieb auf und sucht dann nach dem Besitzer des Rades. Spider-Man muss meiner Meinung nach nicht immer die Welt oder zumindest ganz New York retten(Beispiel: Doc Ocks Bombe, die Echse verwandelt alle in Echsenmenschen, etc.). Ähnlich wie in der Ultimate Spider-Man Reihe darf Peter Parker endlich „nur“ ein Teenager mit Kräften sein. Und dies wird besonders in der Szene klar, als Spider-Man unter dem eingestürtzten Haus begraben ist. Hier sehen wir keinen scheinenden unverwundbaren Helden, sondern einen 15-jährigen Jungen der nach Hilfe schreit. Und erst als er ganz am Boden ist, kann er über sich hinauswachsen und zu dem Helden werden den Spider-Man darstellt.

Als letztes gefällt mir Spider-Man: Homecoming auch wegen der Wahl und Darstellung des Antagonisten. Adrian Toomes ist kein korrupter global agierender Waffenhändler, keine böse Göttin oder gefährliche Weltraumentität. Nein, er ist einfach ein Familienvater, der sich nicht anders zu Helfen wusste und irgendwann den Absprung verpasst hat. Er ist nicht von Grund auf böse oder gewalttätig (er gibt Peter, sogar die Chance sich einfach nicht mehr einzumischen), er will nur seine Familie beschützen. Gerade die persönliche Komponente, dass Peter/Spider-Man und der Vulture/Adrian Toomes auf beiden Ebenen einen Konflikt austragen, lässt den Film für mich so gut funktionieren. Man kann sich mit beiden Seiten identifizieren und ist dadurch deutlich emotionaler involviert; deswegen macht der Film einfach Spaß und daher sehe ich die „Autoszene“ auch als deutliches Highlight des Films.

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