Der Junge und das Biest. Im ersten Moment hört es sich so an, als wäre der Anime Film von Mamoru Hosoda eine Adaption von Disneys Meisterwerk „Die Schöne und das Biest“. Doch das ist es ganz und gar nicht.

Das Königreich der Biester und die Menschenwelt. Diese beide Universen mit ihren Bewohnern könnten unterschiedlicher nicht sein. Einerseits gibt es die starken Tierwesen, die zwar ähnlich wie Menschen aussehen, ebenfalls einen aufrechten Gang besitzen und auch reden können, jedoch sehen sie aber auch wie Tiere, z.B. wie ein Hund, aus und besitzen unheimliche Kräfte. Diese erleben gerade einen Umschwung in ihrer Welt: Ihr Großmeister hat entschieden, sich zur Ruhe zu setzen und zu einem Gott zu werden. Doch bevor er diese Wandlung vollzieht, will er einen Nachfolger bestimmen. Die zwei Kandidaten, die für den Posten des neuen Herrschers infrage kommen, wären der verantwortungsvolle und zweifache Vater Iōzen, der wie ein Warzenschwein ausssieht, sowie der sehr faule Einzelkämpfer Komatetsu, der die Gestalt eines Bären hat. Doch noch sind die beiden nicht reif genug, um für dieses Amt zu kämpfen. Da der Großmeister das Potenzial in Komatetsu erkennt, rät er ihm, sich einen Schüler zu suchen, um seinen Konkurrenten in nichts nachzustehen.

Andererseits gibt es die Menschenwelt, in der der kleine Ren lebt, welcher gerade seine Mutter bei einem schweren Autounfall verloren hat und deshalb bei Pflegeeltern unterkommen soll, da seine Eltern geschieden waren und sein Vater nicht aufzufinden ist. Doch diese sind sehr streng und scheinen den Neunjährigen nicht sonderlich zu mögen. Aufgrund dieser Tatsache läuft er von zu Hause weg und versteckt sich.

Nach kurzer Zeit laufen zwei Gestalten, die mit einer Regenjacke vermumt sind, an dem Jungen vorbei: Es war Komatetsu mit seinem Begleiter, der gerade Ausschau nach einem Schüler hält. Der große Bär bemerkt den Kleinen und spricht ihn an. Nach kurzen Streitigkeiten zwischen den Beiden, bemerkt Ren, wie sein Gegenüber aussieht, hält ihn für ein Monster und schreckt zurück. Komatetsu fragt ihn daraufhin, ob er ihn nicht begleiten will. Doch sein Kumpane ist damit nicht einverstanden und so ziehen die beiden von dannen.

Doch der neugierige und einsame Junge hat Gefallen an dem ihm fremden Wesen gefunden und verfolgt sie. Nach kurzer Zeit gelangt er in eine Gasse, die schon fast an ein Labyrinth erinnert und verläuft sich. Als er sich gerade umsehen will, wird er von hinten angeschoben und findet sich in einer ganz neuen Welt wieder: Im Königreich der Tierwesen. Dort trifft er dann nach einer Weile wieder auf Komatetsu, der durch das Auftauchen Rens im Königreich der Biester noch mehr Begeisterung für den Menschenjungen empfindet. Er macht ihn kurzerhand zu seinem Schüler und nimmt ihn bei sich auf. Nebenbei nennt er Ren von nun an Kyūta, was soviel wie Neun – also sein Alter – bedeutet, bzw. von dem japansichen Wort dafür abgeleitet wurde. Und so beginnt eine lustige, aber auch oft traurige, Geschichte rund um Kyūta und Komatetsu.

Der Junge und das Biest ist in meinen Augen eine der besten Anime Verfilmungen der letzten Jahre. Die Charaktere sind sehr liebevoll geschrieben und man kann sich auch sehr gut in sie hineinversetzen. Vor allem die Musik, die verwendet wird, unterstreicht die Geschehnisse so, dass man einfach noch mehr mitgenommen wird. Meiner Meinung nach wird die Handlung nie langweilig und es ist sehr schön zu sehen, wie Kyūta aufwächst, immer stärker wird und auch Komatetsu hilft, zu reifen und über sich hinauszuwachsen. Auch die deutsche Synchro ist sehr passend, was bei Anime oft ein Problem ist. Der Zeichenstil des Films ist äußerst detailreich, höchst passend zu der tiefgründigen Story, welche erzählt wird. Einfach ein runder Film, der mich sehr begeistert und berührt hat.

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