Alle Jahre wiederholt sich der Vorweihnachts-Wahnsinn in den Innenstädten dieser Welt: Zustände wie am Black Friday, jammernde Kinder, genervte Eltern, gehetzte Menschen wo man geht und steht.

Kennt ihr das, wenn man durch eine bestimmte Sache „fühlt“, dass Weihnachten ist? Sei es der Geruch von Omas Ente die im Ofen langsam vor sich hin schmort oder Chris Reas „Driving Home for Christmas“, welches auf dem Heimweg aus der Nachtschicht leise im Radio vor sich hin dudelt. Ich behaupte mal, dass jeder diese Momente kennt. Diese Momente machen für mich den Zauber von Weihnachten aus.

Der ultimative Weihnachtsmomemt für mich allerdings ist der, an dem die Eingangsmelodie zur Muppets-Weihnachtsgeschichte erklingt. Es ist dieses wohlige Nostalgiegefühl, dass mich wie einen dicken Mantel einhüllt. Dazu meine Kinder, die wie ich, als ich in ihrem Alter war, gebannt davor sitzen wenn Gonzo Charles Dickens mimt und uns zusammen mit Rizzo der Ratte die Geschichte von Ebenezer Scrooge erzählt. All das ist für mich so essentiell geworden, wie der Kartoffelsalat und die Würstchen an Heiligabend.

Zur Story

Ebenezer Scrooge ist wohl der mit Abstand geizigste, grantigste, griesgrämigste und grimmigste Mensch Londons. Weihnachten? Pah! Humbug! Der Besitzer eines Kontors, welches er von den Gebrüdern Marley (Walldorf & Stadler) übernommen hat, scheut sich nicht davor selbst an Weihnachten Wohnungen rückständiger Mieter räumen zu lassen. Seine mißmutige Art lässt er natürlich auch seine Bediensteten, allen voran Bob Cratchit (Kermit) dauerhaft spüren Doch in dieser Nacht werden ihn drei Geister heimsuchen, die seine Sicht auf Weihnachten vollkommen auf den Kopf stellen werden…

Immer wieder fasziniert es mich, welch perfekten Weihnachtsfilm Brian Henson mit der Muppets-Weihnachtsgeschichte erschaffen hat. Zum Einen sind es natürlich die Charaktere der Muppet Show ( Kermit, Fozzie Bear, Gonzo etc.) die wahre Kanonaden guter Stimmung in den richtigen Momenten auf den Bildschirm bringen, zum Anderen sind es aber auch die leisen, besinnlichen und teils traurigen Szenen die den Film zu dem machen was er ist. Einen Film für die ganze Familie.

Zudem mutet der Film, Disney-typisch, eher wie ein Musical an. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich die Melodie zu „Der Geist der Weihnacht“ vor mich hinsumme.

Nun wisst ihr was ich meine. Auch wenn es erstmal komisch ist Michael Caine in einem Muppets-Film zu sehen, muss man schon nach wenigen Minuten sagen, dass er die Rolle des Ebenezer Scrooge absolut großartig spielt. Vom Kredit-Hai zum Vollzeit-Philantropen in grade mal 90 Minuten. Das schafft halt nur Hensons Puppen-Ensemble. Als Gegenentwurf zu eben solchen Szenen wie der aus dem obigen Clip, führen wie bereits angesprochen absolut traurige, herzzerreißende Szenen durch den Film. Wie etwa die Geschichte des kleinsten Sprosses von Bob Cratchit (Kermit) und seiner Frau (Miss Piggy): Tiny Tim. Durch den Geist der zukünftigen Weihnacht muss Scrooge mit ansehen, wie die Familie Cratchit ohne den Kleinen Weihnachten feiern muss. Einen Effekt, der aus Scrooges Geiz und der damit einhergehenden Armut seines Bediensteten resultiert. Ohnehin ist dieser Teil des Films recht düster. Scrooge wird vor Augen geführt, welche Auswirkungen sein Wesen und sein Tun auf andere Menschen hat. Alle drei Geister (Vergangenheit,Gegenwart,Zukunft) erwecken in ihm durch Erinnerung, Erkenntnis aber auch Furcht, den Menschen, der er sein sollte. Eigentlich recht starke Kost, für einen Familienfilm die aber durch das bunte Treiben der Muppets doch in etwas freundlichere Bahnen gelenkt wird.

Von allen Verfilmungen der Christmas Carol von Charles Dickens ist diese für mich die gelungenste und bedeutet für mich ein Stück Tradition. Und das seit nun fast 25 Jahren.

Ich wünsche euch im Namen der Crosstopia-Redaktion frohe und besinnliche Festtage! Genießt die Zeit mit der Familie und den Festtagsschmaus!

 

 

 

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