Vorab Für euch: Ich werde nicht spoilern. Die Eindrücke sind natürlich rein subjektiv. Nicht jeder wird sich der Meinung anschließen, aber das ist auch so gewollt.

Der Film

Marvel hat für mich genau das geliefert was ich erwarte habe. Nach dem witzigen Jahr 2017 mit, „Spider-Man: Homecoming“, „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ und „Thor: Tag der Entscheidung“, habe ich mich schon ein bisschen auf einen ernsteren Film gefreut. Nicht, dass wir die anderen drei nicht gefallen hätten, aber ich finde, man sollte das Marvel Cinematic Universe wieder auf den rechten Pfad, Richtung „Infinity War“, bringen. Und das hat „Black Panther“.

Viele, die die Trailer gesehen haben, haben gleich bemängelt, dass es hier wieder der Gute gegen den Bösen kämpft und beide den gleichen Anzug/die gleichen Kräfte haben, und zum Schluss eh wieder der Gute gewinnt. Ohne vorab etwas zu verraten: So einfach macht es sich Black Panther dann doch nicht.

Auch wurde kritisiert, dass die Musik zu Afro-Amerikanisch sei, und dies mit dem Herzen Afrikas nur wenig zu tun hat. Dem hätte ich von vorne herein widersprochen und nach dem ich den Film gesehen habe, erst Recht. Natürlich hat Hip Hop im Film seine Daseinsberechtigung. Aber auch die „traditionelle“ Musik ist perfekt auf den Punkt gebracht

Der Film hat einen ernsten Ton, wie ich eingangs schon erwähnt habe. Nicht nur die Themen „Wie ist man(n) ein guter König“, oder „wie gehe ich mit dem Erbe meiner Vorfahren um“ sondern auch die Beweggründe von Erik Killmonger sind alles andere als Witzig. Marvel wäre aber nicht Marvel, wen es nicht hier und da witzige Momente gibt (gleich mehr dazu).

Natürlich können wir nicht einen zweieinhalb Stunden Thriller erwarten, welcher einen am Schluss des Films noch grüppeln lässt, was die Aussage des Films ist. Trotzdem gehört „Black Panther“, für mich, ganz weit nach oben in den Marvel-Movie-Meter.

Die Bilder, über die Steppe von Wakanda im Kontrast mit der hochmoderniserten Stadt, ist einfach wunderschön anzuschauen. Auch die Szenen in Korea sind visuell überragend gemacht.

Die Personen

Eigentlich sollte man mit dem Hauptcharakter anfangen. Das mach ich jetzt aber nicht. Auch nicht mit dem, wirklichen guten, Gegenspieler. Die ersten Zeilen widme ich den Frauen.

Nicht nur Shuri (Letitia Wright) oder Nakia (Lupita Nyong’o) sondern auch die gesamte Dora Milaje, allen voran Okoye (Danai Gurira), haben wirklich überzeugt. Ich finde es schade, dass es, bis jetzt, so wenig starke Frauen im MCU gibt. In Phase eins hatten wir bzw. haben wir ja immer noch, „Black Widow“ (Scarlett Johansson). Ergänzt wurde dies nun durch „Valkyrie“ (Tessa Thompson) und bald durch „The Wasp“ (Evangeline Lilly), aber das war es dann leider schon (ich halte Miss Potts jetzt mal heraus).

Black Panther hat diesmal aber die Frauen gleichermaßen am Film teilhaben lassen. Damit meine ich nicht nur die Screentime, sondern das gesamte Geschehen. T’Challa wäre ohne seine Mutter Ramonda (Angela Bassett) oder Schwester Shuri nicht der, der er im Film war.

Besonders die Beziehung zwischen Shuri und T’Challa hat mir besonders gut gefallen. Und hier kommen wir auch zum lustigen Teil. Jeder der Geschwister hat, wird diesen Sinn für Humor verstehen können. Denn genau hier setzt er an. Da wird sich mal geärgert oder kleine Machtspiele gemacht. Immer ein lockerer Spruch auf den Lippen. Man merkt, dass die beiden eine innige Beziehung hegen. Das Herz kommt hier nicht zu kurz.

Shuri steht übrigens, was die Technologie angeht, Tony Stark in nichts nach. Was Sie mit Vibranium alles kreiert, und was für Ideen Sie hat, lässt so manchen Technik-Freak, feuchte Augen bekommen. Das Wissen von Ihr und Tony, gekoppelt mit den Ressourcen von Wakanda, könnte in der Zukunft für so manche Technische Raffinesse sorgen.

Chadwick Boseman ist Black Panther. Man merkt Ihm an, wie der Prinz, zum König wird. Wie er zweifelt und wie er dann aber seinen Weg findet. Er ist aber nicht nur König. Er ist auch Sohn, Bruder und Geliebter. Er spielt somit nicht nur eine Rolle sondern verkörpert mehrere Schichten in sich. Und man kauft Ihm diese auch ab. Da ich den Film im Original Ton sehen/hören durfte, muss ich Ihn auch für seinen perfekten afrikanischen Akzent beglückwünschen. Viele werden das nicht mögen (egal ob deutsch oder englisch). Ich für meinen Teil, fand es großartig.

Michael B. Jordan wurde von vielen auf Twitter schon in den Himmel gelobt. Selbst für einen Oscar hätte er nominiert werden sollen. Soweit würde ich allerdings nicht gehen. Was man allerdings sagen muss, er hat überzeugend und fantastisch gespielt. Was sich viele aber Fragen werden, wird er mal wieder ein Bösewicht der nicht zu schwach und durchschaubar ist? Nein! Er ist erbarmungslos. Hat ein Ziel und lässt sich nicht aufhalten. Auch den Weg den er geht, und warum er diesen geht, ist (für mich) vollkommen nachvollziehbar. Fast lässt es seine Rolle im ersten Marvel Film („Fantastic Four“ aus 2015) vergessen. Mir hat er damals schon gut gefallen, er konnte aber noch nicht zu 100 % überzeugen. In „Black Panther“ sieht man nun aber die Wandlung die er in den letzten Jahren vollzogen hat.

Auch von Sgt. Ross (Martin Freeman) hat man endlich mal mehr gesehen. Nicht nur kurze Auftritte als CIA Agent sondern eine, etwas, wichtigere Rolle. Wobei man manchmal das Gefühl hat, dass man jetzt eben noch einen Weißen braucht, damit diese nicht total unterrepräsentiert ist. Den neben Ihm ist nur noch Ulysses Klaue, welcher fabelhaft von Andy Serkins in Szene gesetzt wurde, vertreten.

Bei dem ganzen überschwänglichen Geschreibe, habe ich die Schwächen fast vergessen. Was war schwach: Ich hätte gerne mehr von Killmonger gesehen. Wir haben endlich einen Antagonist der nicht Eindimensional ist, aber der Film hat eben keine drei Stunden Laufzeit. Auch wagt Marvel mit Black Panther nichts wirklich komplett Neues. Natürlich ist das Setting mit Wakanda neu, auch die Charaktere und die Geschichte, sind neu. Auch der Hintergrund der Afrikaner in den USA ist neu, könnte aber etwas mehr ausgebaut werden. Immer wieder wurden hier Themen angeritzt, diese aber leider nicht komplett ausgearbeitet.

Das schmälert den Filmgenuss aber nicht. Natürlich hat hier und da etwas Tiefe gefehlt, aber hierbei geht es auch nicht um einen Film, der Stundenlang zum Nachdenken anregen soll, sondern man soll seinen Spaß haben und Unterhalten werden. Und genau das macht Black Panther gekonnt.

 

WAKANA FOREVER!

 


Bildquelle: www.Disney.com, www.Marvel.com